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Foucault-Lexikon

Entwicklung - Kernbegriffe - Zusammenhänge

von Ruoff, Michael Fach: Philosophie;

Michel Foucaults Werke gelten als schwer verständlich und zum Teil widersprüchlich. Das Kennenlernen dieses großen Denkers ist angesichts des Dickichts von Texten, das er hinterlassen hat, nach wie vor eine intellektuelle Herausforderung. Michael Ruoff erleichtert den Einstieg in die Foucault-Lektüre durch sein zum Lesen und Nachschlagen gleichermaßen geeignetes Lexikon. Der Leser lernt Foucaults Hauptwerke in einem einführenden Überblick kennen und kann sich über die wichtigsten Begriffe seiner Theorien informieren. Querverweise und Zitatbelege erhöhen den praktischen Nutzen des Bandes. Das Foucault-Lexikon erschließt auch die in den letzten Jahren erstmals gesammelt publizierten Interviewtexte und kleinen Schriften, die werkgeschichtlich von großer Bedeutung sind.
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Details
ISBN 9783825240172
UTB-Titelnummer 2896
Auflagennr. 3. aktual. u. erw. Aufl.
Erscheinungsjahr 2013
Erscheinungsdatum 18.09.2013
Einband Kartoniert
Formate UTB M (15 x 21,5 cm)
Originalverlag W. Fink
Umfang 261 S., einige Tab., 1 Abb.
Inhalt
Verwendete Abkürzungen 11
Einführung 13
Einleitung 15
Überblick zu den Hauptwerken 21
Diskurs 21
Wahnsinn und Gesellschaft 22
Raymond Roussel 25
Die Geburt der Klinik 27
Die Ordnung der Dinge 30
Archäologie des Wissens 34
Die Ordnung des Diskurses 37
Über den Willen zum Wissen 39
Macht 41
Die Macht der Psychiatrie 42
Die Anormalen 43
Überwachen und Strafen 45
In Verteidigung der Gesellschaft 46
Sexualität und Wahrheit I: Der Wille zum Wissen 48
Geschichte der Gouvernementalität 49
Ethik des Selbst 56
Die Hermeneutik des Subjekts 59
Die Regierung des Selbst und der anderen 62
Der Mut zur Wahrheit 64
Sexualität und Wahrheit II: Der Gebrauch der Lüste 66
Sexualität und Wahrheit III: Die Sorge um sich 67
Grundbegriffe 69
Ähnlichkeit: 69
Alethurgie: (? Wahrheit ? Theorie der Wahrheit) 71
Allgemeine Grammatik: 71
Analytik der Endlichkeit: 73
Ästhetik der Existenz: 74
Archäologie: 75
Archiv: 79
Artikulation: (? Formation der Begriffe) 80
Attribution: 80
Aussage: 81
Aussageabstand: 84
Ausschließungssysteme: 85
Autor: 86
Bio-Macht: 88
Bio-Politik: 92
Bruch: 93
Derivation (Ableitung): 95
Designation (Bezeichnung): (? Formation der Begriffe) 96
Diskontinuität: 96
Diskurs: 99
Die Chronologie der Außenverhältnisse des Diskurses im Werk 101
Die Außenverhältnisse des Diskurses im Überblick 104
Der Diskurs der Archäologie 105
Das Sichtbare und der Diskurs 106
Diskurs und Macht / nichtdiskursive Praktiken 107
Diskursanalyse 108
Dispositiv: 109
Disziplin(en): 110
Disziplinarraum: 113
Dynastik des Wissens: 114
Episteme: 114
Epistemologischer Riss: (? Bruch) 117
Ereignis: 117
Ethik des Selbst: 120
Gegensatz: Antikes und neuzeitliches Subjekt 121
Feld: 122
Formales Apriori: 123
Formation der Äußerungsmodalitäten: 123
Formation der Begriffe: 125
Formation der Gegenstände: 127
Formationssystem: 128
Formation der Strategien: 130
Freiheit: 132
Genealogie: 134
Geschichte: (? serielle Geschichte) 138
Gouvernementalität: 138
Herrschaft: 144
Heterotopie/Heterochronie: (? Raum, Heterotopien) 145
Historisches Apriori: 145
Individualisierung: 146
Individuum: 147
Kriegshypothese: 150
Körpertechnologien: 151
Korrelationsraum: (? Raum) (? Aussage) 153
Kultur seiner selbst: 153
Macht: 154
Der feudal-absolutistische Machttyp 155
Neue Politik des Körpers – die Zeichentechnik der Bestrafung 156
Disziplinarmacht - die Macht der milden Mittel 157
Der strategische Machtbegriff 158
Macht und Politik 160
Übersicht: Machttypen 161
Die Analyse der Macht 162
Macht (juridisch-diskursive): (? Macht) 165
Macht (strategische): (? Macht) 165
Mikrophysik der Macht: 165
Moral: 166
Panoptismus / Panopticon: 167
Pastoralmacht: 169
Eigenschaften des christlichen Pastorats 170
Philosophie (praktizierte): 173
Politische Ökonomie: 175
Politische Ökonomie des Körpers: 176
Positivität(en): 176
Raum: 177
Der Raum der Klinik 177
Sprache und Raum 179
Raumbilder und Denkstrukturen 179
Heterotopien 182
Korrelationsraum 182
Macht und Raum – der analytische Raum 183
Referential: 185
Regel(haftigkeit): 186
Repressionshypothese (Repression): 187
Repräsentation: 187
Staat: (? Gouvernementalität) 189
Serielle Geschichte: 189
Sexualität: 191
Wissen und Sexualität 192
Macht und Sexualität 195
Sexualität und Ethik des Selbst 196
Die klassische Epoche der Antike 197
Hellenismus und Kaiserzeit 199
Sicherheitsdispositive: 201
Sprache: 202
Subjekt: 205
Subjekt und Wissen 205
Subjekt und Macht 206
Subjekt und Ethik des Selbst 207
Subjekt versus Individuum 208
System: 210
Tableau: 211
Technologien des Selbst / Selbsttechnologien: 213
Technologien des Selbst in der Antike 215
Die Konversion im Wissen 216
Die Konversion in der Praxis – askesis 218
Askese 220
Parrhesia 221
Parrhesia als Seelenführung 222
Die politische, (demokratische) parrhesia 223
Das Rechteck der politischen parrhesia 225
Parrhesia und Performanz 226
Platonische parrhesia – parrhesia als Psychagogie 228
Die philosophische (etische, sokratische) parrhesia 229
Überblick / parrhesia 231
Traumdeutung 231
Die Lebenskunst (téchne tû bíu) in der Sexualität – aphrodísia 232
Die Transsubjektivierungstechnologien des Selbst im Christentum 233
Theorie: 235
Transformation: 236
Übung: 238
Veridiktion: (? Wahrheit) 239
Verknappungssysteme: 239
Wahnsinn: 240
Wahrheit: 250
Theorie der Wahrheit 252
Wissen: 255
Primärliteratur in chronologischer Ordnung 259
Pressestimmen
Aus: ekz-infodienst – Emskötter- KW 15/2014
[...] Mit seiner kompakten Darstellung gewährt er vor allem akademischen Lesern einen präzisen Zugriff auf die 3 Werkphasen. Ruoff will die "Arbeit an und mit Foucault erleichtern", indem er zunächst in chronologischer Folge die Hauptschriften Foucaults bündig referiert. Den Hauptteil bildet eine lexikalische Darstellung der foucaultschen Terminologie samt Fundstellennachweisen. Gegenüber der Erstauflage wurden Fußnoten und Literaturangaben aktualisiert bzw. ergänzt. Zumal seither weitere Vorlesungen Foucaults publiziert wurden, finden sich im Lexikonteil auch neue Unterabschnitte etwa zur "Ethik des Selbst", ca. 20 Druckseiten kamen dazu. […]. Referatgeplagte Studenten werden gerne zu dem komprimierten Band greifen. […]

Aus: Journal Phänomenologie, Cordula Reuscher, Sonderheft 30/08
[…] der Aufbau des Buches kann als sehr gelungen bezeichnet werden […] Es ist wohl kaum zu hoch gegriffen zu behaupten, dass es ein Werk dieser Art zur Person, dem Werk und er Wirkung Foucaults bisher nicht gegeben hat. […] Mit dem Foucault-Handbuch liegt eine äußerst empfehlenswerte Veröffentlichung vor, die nen neusten Forschungsstand inklusive aktueller debatten sowohl dokumentiert als auch kommentiert.[…]

Aus: literaturkritik.de– Armin Nolzen– Nr. 10, Oktober 2007
[…] ein Werk […], das jedem zu empfehlen ist, der sich bereits intensiv mit Foucault beschäftigt hat und seine Kenntnisse vertiefen will. […]

Autoreninfo

Ruoff, Michael

Michael Ruoff, Dr. phil. Dipl. Ing., geb. 1955, Lehrbeauftragter an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Studium der Philosophie, Wissenschaftstheorie, Soziologie und Elektrotechnik in München, 2000 Promotion an der Technischen Universität Chemnitz. Forschungsgebiete: Technikphilosophie, Wissenschaftsgeschichte, neuere französische Philosophie. Buchpublikation: Schnee von morgen. Das Neue in der Technik 2002.

Weitere Titel von Ruoff, Michael

Leserbewertungen

Bewertungen

lesenswert, empfohlen

Bewertung

Kundenmeinung von Ahmad Izzo

Ich finde, dass die Art und Weise, wie die Foucault'schen Begriffe in diesem Werk dargelegt werden, sehr hilfreich ist. Da sich ein Teil meiner Dissertation mit dem Thema Macht auseinandersetzt, haben mir die umfassenden Erläuterungen des Begriffes verholfen, den Überblick über Machtformen, Subjekt, Sexualität usw. zu haben.
Ich glaube, dass die Studierenden bzw. Doktoranden, die sich sowohl mit den Sozial- und Geisteswissenschaften als auch mit Humangeographie befassen, sich ihre Aufmerksamkeit auf dieses Lexikon richten, wenn sie ihr Wissen von Kernbegriffen Foucaults vertiefen wollen.

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von A. Klawitter

Das Buch erklärt die wichtigsten Begriffe von Foucaults Theorien und bietet eine Menge Querverweise und Zitate. Insgesamt ein überaus brauchbares Buch, das einen Überblick über Foucaults Terminologie gibt und die Lektüre seiner Bücher dadurch ungemein erleichtert.

Sowohl Einstiegslektüre als auch Nachschlagewerk

Bewertung

Kundenmeinung von L. Welker

Wenn ein großer Denker nicht vor disziplinären Grenzen halt macht und sich sein Schaffen auf die Philosophie, Soziologie, Geschichte, Literatur- und Politikwissenschaft bezieht, fällt die anfängliche Orientierung oft schwer. Im Fall des viel zitierten Theoretikers Michel Focault schafft das „Focault Lexikon“ von Michael Ruoff nun Abhilfe, indem das Gesamtwerk übersichtlich geordnet und mit seinen bedeutenden Begriffen erläutert wird.

Focault-Neulinge werden mit einer kurzen Einführung in den Kontext seines Schaffens abgeholt und auf die dynamischen Erkenntnisprozess Focaults aufmerksam gemacht. Eine Konsequenz dieser stetigen Entwicklung ist die inhaltliche Veränderung der verwendeten Begriffe, die im Focault-Lexikon pointiert und leicht verständlich verdeutlicht werden.
Die anschließende Einleitung beschreibt die drei großen thematischen Stränge des Diskurses, der Macht und der Ethik des Selbst. Focaults wichtigste Schriften werden diesen drei Strängen zugewiesen, kurz vorgestellt und zueinander in Bezug gesetzt. Auf diesem Basiswissen baut der lexikalische Hauptteil auf, der über hundert Grundbegriffe des Werkes basierend auf der Primärliteratur Focaults detailreich und fundiert erklärt. Neben den Hauptwerken zählen auch Vorlesungen, Gespräche, Interviews und Vorträge zu den Quellen, die in chronologischer Reihenfolge angegeben sind.

Die Stärke des Focault-Lexikons ist, dass die Einträge je nach Vorwissen auch unabhängig vom Rest des Buches gelesen werden können, weil sie in sich schlüssig geschrieben und mit den Verweisen auf die Primärliteratur weiter in die Tiefe weisen.
Das Focault-Lexikon zeichnet sich durch einen gut strukturierten Inhalt und ein übersichtliches Layout aus und ist sowohl als Einstiegslektüre als auch als Nachschlagewerk zu empfehlen.

Der Schnell-Foucault für Bachelorstudierende

Bewertung

Kundenmeinung von O. Norhausen

Studierende, die sich unfreiwillig oder sogar freiwillig mit dem Vorhaben konfrontiert sehen, sich in den geistigen Kosmos des Michel Foucault einlesen zu wollen oder zu müssen, sehen sich vorrangig vor einem Problem stehen: Wie schafft man es, sich in die komplexen theoretischen Texte dieses großen Denkers „reinzufummeln“, angesichts der überwältigenden Masse an Foucault'schem Werk und im Angesicht des durch Bologna straff durchorganisierten, knappen Zeitbudgets, das fürs „echte“ Studieren, sprich Lesen, übrig bleibt?

Das Motto des Meisters selbst: „Alles Lesen!“ - kann dies nur schwerlich sein, sagt einem da ganz schnell der Blick auf den Stundenplan, die sechs bis acht Hausarbeiten und vier Klausuren, die jetzt noch zu schreiben sind, der Nebenjob im örtlich ansässigen schwedischen Bekleidungsgeschäft, der zu bewältigen ist und die fünf SMS der Freundin, bei der man sich vor einer Woche schon melden wollte. Ein weiteres Problem, neben dem zeitlichen, ist auch: Wo soll ich anfangen?
Zugegebenermaßen mutet es zunächst merkwürdig an, die komplexe Theoriearchitektur Foucaults in ein 240 Seiten umfassendes Buch gepackt zu sehen, das sich selbst als „Lexikon“ zum Thema Foucault betitelt. Aber schon die Einleitung des „Foucault Lexikon“ von Michael Ruoff aus der UTB Bachelor Bibliothek lässt die leisen oder auch lauten Zweifel und Respekt vor Werk und Autor schnell schwinden. Auf dreieinhalb Seiten Einleitung schafft es Michael Ruoff erste komplexe Zusammenhänge und zentrale Begriffe, wie den des Diskurses, einem vor allen Dingen in den Sozialwissenschaften zum ‚umbrella term‘ (Umberto Eco) verkommenen Begriff, seine komplexe Schwammigkeit zu nehmen und begrifflich aufzuschließen, so dass eventuell vorhandenes gedankliches Unbehagen bis Abwehrverhalten, ob der Komplexität und Unbequemheit der Theorien Foucaults, bis dahin schon schnell dahinfliegt. Eine gewisse Grundmotivation, sich auf die Gedankenwelt des meist zitierten Denkers des Zwanzigsten Jahrhunderts einzulassen, sollte man allerdings mitbringen, da das Unbequeme der Gedanken meist bestehen bleibt.

Auf die Einleitung folgt eine Einordnung der wichtigsten Werke Foucaults, mittels derer drei theoretischen Begriffe erschlossen werden, um die man bei der Beschäftigung mit Foucault nicht herum kommt und hinter denen sich seine Gedankenwelt entfaltet.

So hat man schon durch diese wenig zeitraubende Lektüre einen guten Einblick in die Konzeption des „Diskurses“, der Bedeutung des Begriffes der „Macht“ und der „Ethik des Selbst“, als Form der Subjektivierung bei Foucault. Es wird an dieser Stelle aber dennoch deutlich, dass das Foucault'sche Werk nur in seiner netzförmigen Gesamtheit mindestens gedanklich erschlossen werden will, um dessen theoretischen Inhalte auf eigene wissenschaftliche oder forscherische Kontexte anwenden zu können. D.h. es gelingt dem Autor Komplexität zu reduzieren aber nicht bis zur Unkenntlichkeit zu homöopathisieren.

Im Anschluss daran folgt der Lexikonteil, der sich sehr eignet, die Nachschlagefunktion bedienend, parallel zur Lektüre von Originaltexten mitlaufend gelesen zu werden. Es finden sich dort alphabetisch geordnet sogenannte Grundbegriffe Foucault'schen Denkens, die jeweils in nicht zu ausufernden Kapiteln dargestellt und in das Werk Foucaults eingeordnet werden. Auch hier schafft Michael Ruoff die komplexen oft historischen Bezüge und Zusammenhänge der Texte Foucaults sprachlich einfach aber nicht platt darzustellen und somit zu tieferem Verständnis beizutragen.

Ein echter Knaller des Buches ist die Idee, im Anschluss an jedes Kapitel mittels Siglen und Seitenangaben, die jeweiligen Textbezüge zu den unterschiedlichen Primärquellen im Foucault´schen Werk herzustellen, so dass diese für den eigenen wissenschaftlichen Zusammenhang schnell entsprechend thematisch geordnete Textstellen bei Foucault aufgespürt, nachgearbeitet oder und in den eigenen Text als Zitat eingearbeitet werden können.

Aber auch bei aller Zeitknappheit und Fremdbestimmtheit oder gerade deswegen sollte man diese wirklich hilfreiche Einführung in das Denken von Michel Foucault als nützliche Arbeitshilfe für den begrifflich sicheren Theorieumgang mit den Konzeptionen und Analysen Foucaults für sich nutzen und sich dadurch für dessen analytisch-kritisches Potenzial begeistern lassen und anfangen, Bücher von Foucault zu lesen. Das wird definitiv Zeit kosten. Aber auch in einem Studiensystem, was einem eigentlich keine Zeit lässt, kann dies Spaß machen. Und eventuell führt es sogar dazu, dass man die machtvollen Mechanismen und Regierungstechniken, denen man sich im Studienalltag als Subjekt unterworfen sieht, dann irgendwann kritisch reflektiert.

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