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Interkulturelle Philosophie

Aufgaben - Dimensionen - Wege

von Weidtmann, Niels Fach: Philosophie;

Heute wird die europäisch-westliche Philosophie endlich auf die Pluralität der Kulturen und auf deren Philosophien aufmerksam. Reflexartig werden diese Philosophien jedoch als bloße Varianten europäisch-westlichen Denkens aufgefasst. Das aber greift zu kurz. Die eigentliche Herausforderung liegt darin, die anderen Erfahrungen, die den außer-europäischen Philosophien zugrunde liegen, ernst zu nehmen und von neuem zu erkennen, dass auch die europäisch-westliche Philosophie ursprünglich auf einer Erfahrung aufruht. In der Begegnung mit anderen Philosophien liegt heute die Chance, diese Erfahrung zu erneuern. Interkulturelle Philosophie ist deshalb mehr als nur eine neue Disziplin der Philosophie. Es geht ihr um eine Selbstbestimmung der Philosophie angesichts der interkulturellen Situation, in der wir heute leben.
Der vorliegende Band bietet eine umfassende Einführung in die interkulturelle Philosophie, stellt ihre zentralen Ansätze und Aspekte vor und ordnet diese in den Gang des Denkens durch die Jahrhunderte ein.
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Details
ISBN 9783825236663
UTB-Titelnummer 3666
Auflagennr. 1. Aufl.
Erscheinungsjahr 2016
Erscheinungsdatum 26.09.2016
Einband Kartoniert
Formate UTB M (15 x 21,5 cm)
Originalverlag A. Francke
Umfang 283 S., 10 Abb.
Inhalt
Einleitung 7
1. Philosophische Begriffsklärung 23
1.1 Multikulturalität 24
1.2 Transkulturalität 31
1.3 Interkulturalität 39
1.3.1 Ein spielerisches Verständnis von Kultur 43
2. Ansätze und Methoden interkultureller Philosophie
2.1 Einheitstheoretische Ansätze: 52
2.1.1 Universalismus 52
2.1.2 Komparative Philosophie 67
2.1.3 Polylog 72
2.2 Differenztheoretische Ansätze 76
2.2.1 Heimwelt und Fremdwelt 76
2.2.2 Interkulturelle Hermeneutik 82
2.2.3 Dialogphilosophie 87
2.2.4 Differenzdenken 90
2.3 Philosophie der Erfahrung 98
3. Interkulturalität als Stand gegenwärtiger Philosophie 112
3.1 Die europäischen Anfänge der Philosophie: Einheit und Vielheit 122
3.2 Philosophie als Selbstklärung von Mensch und Welt (Neuzeit) 133
3.3 Das Phänomen des Fremden (20. Jahrhundert) 145
3.4 Interkulturalität als Dimension (Gegenwart) 157
4. Aspekte interkultureller Philosophie 169
4.1 Das kulturelle Wesen des Menschen 169
4.2 Das Zwischen 176
4.3 Dimensionalität 182
4.4 Grundphilosophien 191
4.5 Welt und Welten 197
4.6 Kritik und Kritikfähigkeit 206
4.7 Menschlichkeit und Menschenrechte 211
5. Philosophische Begegnung der Kulturen 220
5.1. Ostasien 224
5.2. Arabisch-Islamische Welt 236
5.3. Sub-Sahara Afrika 254
Literatur 270
Personenregister 281
Autoreninfo

Weidtmann, Niels

Dr. Niels Weidtmann ist Wissenschaftlicher Leiter des Forum Scientiarum und ständiger Lehrbeauftragter des Philosophischen Seminars der Eberhard Karls Universität in Tübingen.
Leserbewertungen

Bewertungen

Eine solide Einführung für höhere Semester

Bewertung

Kundenmeinung von Fabian Boehlke

In seinem Buch „Interkulturelle Philosophie – Aufgaben – Dimensionen – Wege“ will Niels Weidtmann seinen Lesern ebendiesen Bereich der Philosophie näher bringen, der noch recht neu ist und neben einem bloßen Teilbereich auch eine Selbstbestimmung mit sich bringt. Es soll darum gehen, dass die westliche Philosophie nicht unbedingt der Ausgangspunkt aller anderen Philosophien ist, sondern auch auf Erfahrungen beruht.

Weidtmann beginnt mit einer Begriffsbestimmung, um Interkulturalität von Multi- und Transkulturalität zu unterscheiden. Im nächsten Kapitel beschreibt er die Ansätze und Methoden der interkulturellen Philosophie, wobei er hier vor allem zwischen einheitstheoretischen und differenztheoretischen Ansätzen unterscheidet. Im folgenden Kapitel gibt Weidtmann den Stand der Interkulturalität in der gegenwärtigen Philosophie wieder um dabei unter diesem Aspekt einen kurzen Durchlauf von den Anfängen Philosophie bis zum 20. Jahrhundert zu machen. Anschließend beschreibt der Autor noch einige Aspekte der interkulturellen Philosophie um im Schlusskapitel noch einige Beispiele für Begegnungen zwischen Philosophien zu geben.

Die Aufteilung des Buches lässt sich insgesamt als gut bewerten. Besonders positiv ist, dass Weidtmann zu Beginn seinen Arbeitsbegriff der Interkulturalität genau eingrenzt und wiederum von ähnlichen Begriffen abgrenzt. Ebenso ist es positiv, dass der Autor die Ansätze und Methoden, sowie einige Aspekte genauer thematisiert. Eventuell hätte Weidtmann die Verständlichkeit und Lesbarkeit seines Buches erhöhen können, wenn er die Reihenfolge seiner Kapitel etwas verändert, konkret, die Einordnung in die aktuelle Philosophie und vor allem die Praxisbeispiele vom Ende nach vorne gezogen hätte. Ein wenig mehr Praxis und Einordnung hätte möglicherweise die Einarbeitung in das Thema erhöhen können.

Nichtsdestotrotz hat der Autor mit dem Werk eine solide Einführung in das Thema gegeben, welches immer aktueller wird und es somit auch einen wachsenden Bedarf nach solchen Einführungen gibt. Da die interkulturelle Philosophie, wie Weidtmann selbst anmerkt, kein abgegrenzter Bereich innerhalb des Faches ist, sondern eher einen neuen Blickwinkel darstellt, ist das Buch auch eher für solche Studenten in den höheren Semestern geeignet, die sich die grundsätzlichen Informationen der Philosophie schon angeeignet haben.

Einführung in alle relevanten Probleme interkulturellen Philosophierens

Bewertung

Kundenmeinung von H.F.

Nils Weidtmann reflektiert in seinem Buch „Interkulturelle Philosophie / Aufgaben – Dimensionen - Wege“ (Francke, Tübingen, 2016 bei UTB, ISBN 978-3-8252-3666-3) darüber, was interkulturelle Philosophie ist oder sein könnte. Denn wir leben, nachdem die Globalisierung zu einem gewissen Abschluss gekommen ist, unhintergehbar im Zeitalter des Interkulturellen.

Dabei setzt Weidtmann, dem Forschungsstand entsprechend, an bei dem grundlegenden Paradoxon der interkulturellen Philosophie: Dass auch sie ja Philosophie, also westliche Philosophie ist (und bleiben wird), sie andererseits aber das gleichberechtigte Gespräch zwischen verschiedenen Kulturen thematisiert. Leisten könne eine Philosophie westlicher Provenienz dies nur, wenn sie den seit der Antike erarbeiteten Weltbegriff beibehält, Welt aber plural deutet – wir leben nicht in einer Welt, sondern in Welten; geprägt von diversen Kulturen. Die Interaktion mit dem Fremden radikalisiert dabei ‚nur‘, was wir ohnedies immer schon erfahren, wenn wir unser Leben vollziehen und unsere immer situationsgebundenen Erfahrungen machen (Weidtmann bezieht sich hier stark auf Rombach). Denn auch innerhalb der eigenen Kultur erfahren wir beständig neues, also fremdes. Wir gehen zwar mit einem Vorentwurf an neue Situationen heran – soweit habe Heidegger recht -, aber dieser Vorentwurf ist offen für neues und muss das sein, die Situation ist mitnichten bereits ‚vorentschieden‘. Das Fremde weist dabei zwei Eigenschaften zugleich auf: es bleibe einerseits immer ein Rest an Differenz, zugleich muss das Fremde natürlich erreichbar sein. (Wäre das Fremde radikal anders, unerreichbar, wäre jedes interkulturelle Gespräch unmöglich – der Löwe spräche, könnte man sagen, aber wir würden ihn nicht verstehen) Somit kann man sagen: Der interkulturellen Philosophie ist es um die Probleme zu tun, die sich aus dem Paradox einer „Pluralität der Universalisierung“ ergeben (der Ausdruck stammt von Waldenfels) – einerseitrs Philosophie zu bleiben (also Einheit im Mannigfaltigen herstellen, aufsuchen, nachweisen), andererseits nicht als Herrscher aufzutreten. Kurzum: Interkulturelle Philosophie bewegt sich im Spannungsfeld von Universalisierung versus Relativismus und sucht hier einen Ausweg, den man metaphorisch als „weder-noch“ bezeichnen könnte.

Weidtmann führt dann gut und präzise in die Begriffstrias transkulturell, multikulturell, interkulturell ein. Kulturen sind – dies dürfte derzeit relativer kulturwissenschaftlicher Konsens sein – keine Wesenheiten (deutsches Wesen, Deutschtum oä), sondern Erfahrungswirklichkeiten, die ein Handlungsfeld (zB durch Sinn- und Rollenzuschreibungen) situieren, zugleich aber mit jeder neuen Handlung selbst verändert werden. Weidtmann präferiert den Begriff des Interkulturellen, um philosophisch mit dem Problem des Kulturaustauschs zurande zu kommen. Transkulturelle Sichtweisen fokussieren sich auf Dinge, die allen Kulturen gemeinsam sind bzw eben sein sollen (sind sie es wirklich?); multikulturelle Sichtweisen bevorzugen ein Laissez faire der Kulturen untereinander, den bekannten kunterbunten Austausch. Multikulturalität erfordert also einen Rahmen – den Verfassungsstaat, Toleranz -, in dem der Austausch statt finden kann. Interkulturalität meint etwas anderes, nämlich eine Begegnung, in der die Kulturen selber gemeint sind. Es gibt somit keinen festen Boden, auf dem dieser Austausch stattfinden könne, zwei Kulturen begegnen sich in einer Wirklichkeit, die aber jeweils verschieden gedeutet ist. Jede Kultur hat immer auch einen – ihren – Blick auf alle anderen Kulturen. Dies ständig zu reflektieren sei Kern interkultureller Philosophie

In den weiteren Kapiteln erläutert er einheits- und differenztheoretische Ansätze, sodann in einer geschichtlichen Sichtung die Entwicklung der europäischen Philosophie von der Antike (Einheitsproblem, klassische Metaphysik) über Neuzeit (Philosophie als Vergewisserung von Serlkbst und Welt) und Moderne (20. Jahrhundert, Erfahrung des Fremden) bis zum 21. Jahrhundert, das Weidtmann als zeitalter des Interkulturellen deutet.


Im entscheidenden 4. Kapitel wird dann das begriffliche Instrumentarium interkulturellen Philosophierens noch einmal ausführlich und an Rombach angelehnt entwickelt.

Obnwohl das Buch eigenständig denkt, eignet es sich hervorragend, um in den Problemkreis interkulturellen Philosophierens einzuführen.

Als Einführung in alle relevanten Probleme interkulturellen Philosophierens ist Weidtmanns Buch auf der Höhe.

Interkulturelle Philosophie als intermundane Aufgabe

Bewertung

Kundenmeinung von Dr. Josef Döbber

Das von Niels Weidtmann vorgelegte Buch in sehr gut lesbarem Druck und ansprechender äußerer Aufmachung besticht in mehrfacher Hinsicht: Der in interkulturellen Fragen einschlägig ausgewiesene Autor (Universität Tübingen) legt damit nicht nur einen differenzierten Aufriss der inneren Problemstruktur von Interkulturalität, sondern zugleich einen so komprimierten wie erhellenden Zusammengriff von Ansätzen und Methoden interkultureller Philosophie vor. Dabei unterfängt er sowohl bisherige einheits- wie differenztheoretische Ansätze durch die Entfaltung einer originären "Philosophie der Erfahrung" (S. 98 ff), welche auf die Mehrdimensionalität, strenge Situationsgebundenheit und den Weltcharakter jedes kulturübergreifenden Gesprächs abhebt.

Das in konzisem, flüssigem und gut lesbarem wissenschaftlichen Stil verfasste Buch führt über vorlaufende philosophische Begriffsklärungen unmittelbar an akute Problem- und Aufgabenstellungen einer zukunftsweisenden, dimensionskritischen Interkulturalität der Gegenwart heran, und es bestimmt dabei vom Grundphänomen und der strukturalen Differenz von Eigenem und Fremdem her Interkulturalität zugleich als den eigentlichen "Stand gegenwärtiger Philosophie", indem diese jenseits ihrer abendländisch-eurozentristischen Selbstverfangenheit und im unmittelbaren Kontakt und Austausch eines "Gesprächs zwischen Welten" in eine unabsehbare geschichtliche Neukonstitution hinausgerissen ist: Die Philosophie wird darin überhaupt erst universal.

Der Autor zeigt und öffnet hierzu in tieflotendem Durchstieg durch die Sachstrukturen nicht nur wichtige Hauptaspekte interkultureller Philosophie wie das kulturelle "Zwischen", "Dimensionalität", "Grundphilosophien", "Weltenpluralität", Kritizität und Humanität - er demonstriert schließlich auch in einem bedeutsamen Kapitel "Philosophische Begegnung der Kulturen" (S. 220 ff) in exemplarischen Aufblendungen, wie ein wahrhaft intermundanes Gespräch Europas etwa mit Ostasien (hier besonders Japan), der Arabisch-Islamischen Welt oder der noch weithin auf oralen Traditionen basierenden afrikanischen Kulturwelten von Sub-Sahara Afrika seit längerem schon auf den Weg zu bringen versucht wird und wodurch hierbei die entscheidenden dimensionalen Differenzierungen und Grundöffnungen realisierbar werden, welche eine wirkliche Hebung bislang verborgen gebliebener, eigenständiger "Grundphilosophien" dieser Kulturwelten erbringen. Mit einem Wort: ein wichtiges, ein wegweisendes Buch.

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