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Jesus Christus

von Schröter, Jens Fach: Theologie/ Religionswissenschaft; Reihe: Themen der Theologie

Zentrales Thema in neuer, interdisziplinärer Perspektive

Person und Wirken Jesu sind nicht nur Gegenstand der neutestamentlichen Wissenschaft und der christologischen Reflexion aus systematisch-theologischer Perspektive.

Auch die Exegese des Alten Testaments, die Kirchengeschichte und die Praktische Theologie haben Wichtiges beizutragen. Dieser Band erschließt das Thema in interdisziplinärer Perspektive für Theologiestudierende und Nicht-Theologen.
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Details
ISBN 9783825242138
UTB-Titelnummer 4213
Auflagennr. 1. Aufl.
Erscheinungsjahr 2014
Erscheinungsdatum 22.10.2014
Einband Kartoniert
Formate UTB S (12 x 18,5 cm)
Originalverlag Mohr Siebeck
Umfang 352 S.
Inhalt
Einführung
Jens Schröter 1
Altes Testament
Markus Witte: Jesus Christus im Spiegel des Alten Testaments 13
1. Grund, Ort und Ziel der alttestamentlichen Thematisierung von Jesus Christus 13
2. Jesus Christus als Thema der Auslegung des Alten Testaments 14
2.1. Jesus Christus im Spiegel der allegorischen Auslegung des Alten Testaments 15
2.2. Jesus Christus im Spiegel der typologischen Auslegung des Alten Testaments 16
2.3. Jesus Christus im Spiegel der eschatologischen Auslegung des Alten Testaments 17
2.4. Jesus Christus im Spiegel der historisch-kritischen Auslegung des Alten Testaments 20
3. Jesus Christus im Spiegel ausgewählter Namen und Titel Gottes im Alten Testament 22
3.1. Theologie als Namenskunde 22
3.2. Jhwh – Kyrios – Der Herr 23
3.3. König – Hirte – Zebaoth und Allmächtiger 25
3.4. Vater 28
3.5. »Ich-bin-Worte« 30
4. Jesus Christus im Spiegel von Erfahrungen Gottes im Alten Testament 31
4.1. Das Alte Testament als theologische Deutung von Erfahrungen 31
4.2. Gott als Schöpfer oder Jesus Christus im Spiegel alttestamentlicher Schöpfungstheologien 32
4.3. Gott als Begleiter oder Jesus Christus im Spiegel der Theologien der Vätergeschichte 35
4.4. Gott als einzigartiger Befreier, Leiter und Lehrer Israels oder Jesus Christus im Spiegel der
Theologien der Exodus- und Sinaiüberlieferung 38
4.5. Gott als der Heilige oder Jesus Christus im Spiegel alttestamentlicher Heiligkeitsvorstellungen 47
4.6. Gott als Lenker der Geschichte oder Jesus Christus im Spiegel alttestamentlicher Geschichtstheologien 52
4.7. Gott als Herr der Weisheit oder Jesus Christus im Spiegel alttestamentlicher Weisheitsvorstellungen 62
5. Zusammenfassung 64
Quellen-und Literaturverzeichnis 65
Neues Testament
Reinhard von Bendemann: Die Fülle der Gnade – Neutestamentliche Christologie 71
1. Einleitung 71
2. Jesus von Nazaret als Grund neutestamentlicher Christologie(n) 76
2.1. Hermeneutische Vorbemerkung 76
2.2. Anfänge und Kontexte 77
2.3. Wundertätigkeit und Ansage der Präsenz der Königsherrschaft Gottes 79
2.4. Zum Zeugnis von Tod und Auferweckung Jesu 81
2.5. »Implizite Christologie« 83
3. Der auferstandene Gekreuzigte als Integral der Liebe Gottes – Christologische Ansätze in den paulinischen Briefen 85
3.1. Hermeneutische Vorbemerkung 85
3.2. Der erhöhte Kyrios 86
3.3. Der Gekreuzigte – Zum Spektrum der Deutungen des Todes Jesu 87
3.4. Rechtfertigung und Gottesgerechtigkeit 89
3.5. Zur Versöhnungsvorstellung 92
3.6. Zur Christologie der Schüler des Paulus 93
4. Der leidende Menschensohn – Die narrative Christologie des Markusevangeliums 94
4.1. Hermeneutische Vorbemerkung 94
4.2. Lehrer – Christus – Sohn Gottes – Menschensohn 95
4.3. Wundertätigkeit, Leiden und Tod Jesu 97
4.4. Auferstehung, neue Schöpfung und das »Messiasgeheimnis« 98
4.5. Akzente der matthäischen und lukanischen Christologie 99
5. Der einziggeborene Sohn als Gesandter des Vaters – Zur konsequenten Christozentrik des Johannesevangeliums 101
5.1. Hermeneutische Vorbemerkung 101
5.2. Der Logos und das christologische Zeichensystem des vierten Evangeliums 101
5.3. Die Sendungs- bzw. Parabelchristologie des vierten Evangeliums 103
5.4. Die bleibende Theozentrik der johanneischen Konzeption 104
6. Die priesterliche Konzeptualisierung der Bedeutung Jesu im Hebräerbrief 105
6.1. Hermeneutische Vorbemerkung 105
6.2. Jesus als himmlischer Hohepriester 107
7. Apokalyptische Christologie in der Johannesoffenbarung 110
7.1. Hermeneutische Vorbemerkung 110
7.2. Das »Lamm« im endzeitlichen Drama 111
7.3. Die Theozentrik der Johannesoffenbarung 112
8. Zur Frage nach Kohärenzen im neutestamentlichen Christuszeugnis 113
Quellen- und Literaturverzeichnis 116
Kirchengeschichte
Martin Ohst: Urheber und Zielbild wahren Menschseins – Jesus Christus in der Kirchengeschichte 119
1. Vorerwägungen 119
2. Voraussetzungen 121
3. Grundlegende Strukturen 122
4. Differenzierende Entfaltungen 123
5. Augustin: Die Bündelung und Vertiefung der Tradition vor neuen Fragestellungen 129
6. Retardierte Wirkung 137
7. Aktualisierungen 139
7.1. Armutsbewegung und Kirchenkritik 141
7.2. Zwischen Häresie und Rechtgläubigkeit 146
7.3. Volkspredigt und Seelsorge 151
7.4. Jesus-Mystik und ihre Ausläufer 154
8. Humanistische Transformationen 159
9. Der reformatorische Neuansatz und seine Fortbildungen 161
Quellen- und Literaturverzeichnis 173
Systematische Theologie
Notger Slenczka: Die Christologie als Reflex des frommen Selbstbewusstseins 181
1. Einleitung 181
2. Der systematische Sinn der neutestamentlichen Aussagen 183
2.1. Hermeneutische Vorüberlegungen 183
2.2. Der Philipperhymnus 184
2.3. Die kontrafaktische Definition Gottes und des Menschen als Zentrum der Christologie 188
2.4. Die Implikationen der semantischen Neubestimmung 190
3. Die Ausbildung und Deutung der christologischen Dogmen 191
3.1. Nizäa und Konstantinopel 192
3.2. Die christologischen Streitigkeiten des 5. Jhs. 196
3.3. Die reformatorischen Auseinandersetzungen 199
3.4. Der systematische Gewinn dieser Christologie 204
4. Die abendländische und reformatorische Fortbildung
der altkirchlichen Lehrbildung und ihr systematischer Sinn 205
4.1. Die Deutung der Idiomenkommunikation 205
4.2. Christologie und Soteriologie 206
4.3. Schleiermacher: Jesus Christus als Urbild des Menschseins 209
5. Die Frage nach dem Leben, der Lehre und dem Selbstverständnis Jesu 214
5.1. Probleme der Rückfrage nach dem historischen Jesus 214
5.2. Die Historie Jesu als Ausweisgrund der Christologie? 215
5.3. Die Christologie als Reflex der Soteriologie 219
5.4. Hermeneutische Zwischenüberlegung: der Sinn religiöser Sachverhaltsbehauptungen 221
6. Der existentiale Sinn der Christologie 222
6.1. Theodizeefrage: Die Frage nach der Identität Gottes 223
6.2. Anthropodizee: Die Frage nach der Identität des Menschen 227
6.3. Der Sinn der Prädikation Jesu als ›Gott‹ 231
7. Der Sinn der objektivierenden Christologie 232
Quellen- und Literaturverzeichnis 234
Praktische Theologie
Helmut Schwier: Wer ist Jesus Christus für uns heute? 243
Praktisch-theologische Wahrnehmungen und Reflexionen 243
1. Gottesdienst als Feier und Kommunikation des Evangeliums 244
2. Predigt und Homiletik 248
3. Bildung und Unterricht 251
4. Diakonie, Seelsorge, Beratung 254
5. Christus und Kultur 256
6. Ausblick 259
Quellen- und Literaturverzeichnis 260
Religionswissenschaft / Interkulturelle Theologie
Klaus Hock: Jesus Christus und die Religionen 267
Perspektiven aus Religionswissenschaft und Interkultureller Theologie 267
1. Jesus im Islam: Leitbild ethischer Vollkommenheit und Zeichen Gottes 268
1.1. Jesus im Koran: ‘Îsâ ibn Maryam – Jesus, Sohn der Maria 268
1.2. Jesus in islamischer Gelehrtentradition und frühem neuzeitlichen Reformdenken 271
1.3. Jesus in Mystik und volksreligiösen Traditionen 273
1.4. Jesus »am Rande des Islam«: muslimische Sondergruppen 274
1.5. Jesus in modernen islamischen Diskursen 276
1.6. Zwischenbilanz: Der muslimische Jesus – Vielfalt innerhalb des islamischen Designs 277
2. Jesus im Hinduismus: Realisierte Gottmenschlichkeit und spirituelles Prinzip 277
2.1. Frühe neuhinduistische Ansätze 278
2.2. Jesus in der Ramakrishna-Tradition 280
2.3. Jesus als Satguru und Krishna-Jesus 282
2.4 Jesus zwischen universaler Humanität und politischer Ethik 283
2.5 Zwischenbilanz: Der hinduistische Jesus – acharya und jivanmukta 286
3. Kontextuelle Jesusdeutungen aus der Perspektive Interkultureller Theologie 287
3.1. Vom Jesus der Religionen zu kontextuellen Christologien 287
3.2. Kontinuität – Diskontinuität: Aneignungsprozesse am Beispiel des afrikanischen Jesus 289
3.3. Kontextkritische Jesusdeutungen zwischen Kulturalismus und Dekulturation 293
Quellen- und Literaturverzeichnis 295
Zusammenschau
Jens Schroter: Wahrer Mensch und wahrer Gott. Historischkritische Jesusforschung und christliches Bekenntnis 299
Quellen- und Literaturverzeichnis 307
Autoren 309
Stellenregister 311
Namensregister 329
Sachregister 333
Pressestimmen
Aus: lehrerbibliothek.de – Thomas Bernhard - 15.03.2015
[…] Dieser Band [...] beschreibt das Thema "Jesus Christus" aus der Perspektive der verschiedenen theologischen Disziplinen[.]. Dadurch ergibt sich ein erfreulicher fächerübergreifender Querschnitt, der die Thematik breit ausleuchtet, die Entwicklungslinien verdeutlicht und die Relevanz für die Gegenwart aufzeigt. […] Aus der Perspektive der verschiedenen theologischen Teildisziplinen wird der Sachverhalt differenziert dargestellt, bevor eine Zusammenschau im letzten Kapitel [.] eine Systematisierung durchführt.

Aus: lehrerbibliothek.de – Holger Zeigan – 12/2014
Den Christus Jesus nicht allein aus der Perspektive des Neuen Testaments zu beleuchten, ist eine der Stärken dieses bei UTB erschienenen Büchleins, das unter der Herausgeberschaft des Berliner Neutestamentlers Jens Schröter Aufsätze mehrerer profilierter Theologen und Religionswissenschaftler vereinigt. Auf hohem wissenschaftlichem Niveau bietet es profunde Einblicke in den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion um Person und Wirkung Christi. […] Eine von Jens Schröter verfasste Zusammenfassung sowie umfangreiche Register runden dieses facettenreiche Werk ab.

Autoreninfo

Schröter, Jens

Schröter, Jens

Prof. Dr. Jens Schröter lehrt an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Weitere Titel von Schröter, Jens

Reiheninfo
Die Reihe behandelt Schlüsselthemen der Theologie und stellt mit wissenschaftlichem Anspruch die jeweiligen Themen in elementarer und verständlicher Weise dar. Die Bände verfolgen dabei ein gesamttheologisches Interesse und bieten Beiträge aus den klassischen theologischen Disziplinen (AT, NT, KG, SYS, PT und ggf. themenbezogene Ergänzungen), erörtern das Thema aber nicht lexikographisch, sondern problembezogen.
Die Bücher richten sich primär an Studierende der Theologie aller Abschlüsse und an Studierende anderer Studiengänge, in denen theologische oder theologisch relevante Themen behandelt werden. Sie bieten darüber hinaus auch zuverlässige Informationen für wissenschaftliche Fachkollegen, die an theologisch übergreifenden Fragestellungen interessiert sind.

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Leserbewertungen

Bewertungen

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von B. Mutschler

Die Vielfalt der theologischen Zugänge bei gleichzeitiger Überschaubarkeit der einzelnen Darstellungen macht das Buch wertvoll und "eigentlich" unersetzbar. Es schließt eine Lücke. Die ganze Reihe ist faszinierend!

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von A. Müller

Das Buch ist exzellent - es ist an alles gedacht worden.
Zwei Faktoren sind besonders positiv:

1. Die interdisziplinäre Ausrichtung. Alle theologischen Fächer kommen zur Sprache - zudem die Religionswissenschaft. Dadurch wird ein Kernthema der Theologie im Licht aller Fachperspektiven beleuchtet. Es wird nicht nur das Thema, sondern auch die methodische Besonderheit der Fachgebiete vielfältig und pointiert deutlich.

2. Die Fachbeiträge sind exzellent gewählt und sind von hoher fachlicher Qualität.
Einerseits handelt es sich um gut-solide und verständliche Einführungsliteratur in das Thema.
Jedoch haben die Beiträger auch die Chance genutzt, ihre eigene christologische Position deutlich zu machen. Das macht das Buch zu einer Sammlung eigenständiger, christologischer Ansätze aus unterschiedlichen Fachrichtungen. Die Probleme der Christologie werden hierdurch ausgesprochen lebendig vermittelt.

Im Kanon der Fächer hätte man jedoch noch an die Philosophie denken können. Ein Beitrag zur Christologie aus philosophischer Richtung wäre spannend gewesen.

Kreative Pluralität Christi

Bewertung

Kundenmeinung von André Flimm

Man könnte sagen, die Theologie habe diesen einen Satz zu klären, zu erläutern und zu deuten: Jesus Christus. Dieser Satz ist mehr als ein Name, es ist ein, ja das Bekenntnis des Christentums. Die vorliegenden Beiträge in dem von Jens Schröter herausgegebenen Bändchen versuchen eindrücklich die konstruktive Spannung dieses Bekenntnisses herauszuarbeiten und die Herausforderung, die der Theologie in der Gegenwart durch dieses Bekenntnis geboten ist, darzulegen und anzugehen.

Wie kann heute Jesus als der Christus verstanden werden? In welchem Verhältnis steht die historisch Kontingente Person Jesus von Nazareth zum Christuskerygma? Welche alttestamentlichen Traditionen werden aufgenommen, verarbeitet und umgedeutet? Wie stellt das Neue Testament Wirken und Wirkung Jesu dar? Die beiden exegetischen Beiträge von Markus Witte (AT) und Reinhard von Bendemann (NT) versuchen, vom Text zur Geschichte fortzuschreiten. Ausgehend von der Endgestalt des Textes werfen sie Schlaglichter auf verschiedene Ansatzpunkte christologischer Reflexionen. Dabei wird deutlich, dass die Texte keine einheitliche Christologie verfolgen, sondern Perspektiven der Wirkung des Heilshandelns aufzeigen. Witte zeichnet dabei verschiedene Traditionsstränge nach, die ausgehend vom Gottesnamen in den Texten zu finden sind (z.B. König, Hirte, Vater, etc.) und ebnet so den Weg zu einer Spiegelung an der Christustradition. So wird die Christologie zur Frage nach dem Handeln Gottes überhaupt ("In Jesus Christus zeigt sich namentlich das Wesen Jhwhs schlechthin" (31)). Witte selbst stellt seinen Ansatz als eine "christo-transparente Auslegung" vor (22), in der er die Rede von Gott im Alten Testament an der Rede von Gott im Neuen Testament spiegelt und somit Strukturelemente und Parallelen deutlich macht.

Von Bendemann bedenkt ebenso wie Witte die Christologie als Klammer von AT und NT. Auch er stellt verschiedene christologische Motive heraus, sodass deutlich wird, dass bereits im NT ein Pluralismus christologischer Vorstellungen herrscht. So zeichnet er verschiedene Ansatzpunkte bei Paulus ("Der auferstandene Gekreuzigte als Integral der Liebe Gottes"), narrative Christusvorstellungen bei Markus ("Der leidende Menschensohn"), christozentrische Deutungen bei Johannes, das Hohepriestermotiv des Hebräerbriefes und schließlich die bildhafte Christologie der Johannesoffenbarung nach. Abschließend wird der Versuch unternommen, die teilweise sehr disparaten christologischen Vorstellungen auf ihre innere Kohärenz hin zu beleuchten. Der Pluralismus der Vorstellungen wird dabei ausdrücklich begrüßt. "Der Schatz neutestamentlicher Narrative, Metaphern, diskursiver Vorstellungen und Ausdrucksformen zeigt, dass die Bedeutung Jesu Christi nicht in einem einzigen Sprachspiel zu erschöpfen ist [...] Vom Neuen Testament selbst her eröffnet sich damit ein Freiheitsraum, innerhalb dessen das Christusgeschehen in seiner Bedeutung in veränderten Zeiten und Situationen je neu durchzubuchstabieren ist" (116). Die Zeitgebundenheit des Christusgeschehens erlaubt und fordert eine je neu werdende Sprachform. Dies schon für das Neue Testament deutlich gemacht zu haben, ist das große Plus des Aufsatzes von von Bendemann.

Martin Ohst beweist in seinem kirchengeschichtlichen Beitrag "Mut zur Einseitigkeit und Mut zur Lücke" (119), indem er sich ganz auf die Spuren des Wirkens des Menschseins Jesu in der Geschichte konzentriert. Wie hat die Menschlichkeit Jesu die Frömmigkeits- und Glaubensstile verschiedener Zeiten geprägt? Ins Auge gefasst werden dabei v.a. Augustin, verschiedene Armutsbewegungen und die reformatorischen Neubesinnungen. Dabei wird das Motiv der Orientierung am Leben Jesu durch die Geschichte und Geschichten verfolgt, um Spuren in neuere Debatten (Schleiermacher, Bultmann, Hirsch) zu legen und zu plausibilisieren. Der beeindruckende Gang macht deutlich, welche immense Bedeutung die Menschlichkeit Jesu Christi für die gläubige Menschlichkeit des Menschen hatte und hat.

Notger Slenczka entwirft in der Tradition Schleiermachers und Bultmanns eine existenziale Christologie, bzw. konzipiert seinen Ansatz "Reflex des frommen Selbstbewusstseins". Dabei schaltet er die Kontrafaktizität der neutestamentlichen Gottesrede und die kontrafaktische Selbstdeutung des Menschen parallel. "Wie er [Jesus von Nazareth] in der Gestalt der Erniedrigung der Gottselige ist und als der Herr ausgerufen wird, so sind auch die Christen mit ihm in der Niedrigkeitsgestalt vereint und genau in dieser Erniedrigung kontrafaktisch Repräsentanten des Erhöhten bzw. Gottes" (187). So wird im Folgenden die Kontrafaktizität zum hermeneutischen Schlüssel der Christologie. Dies bedeutet, dass in der "Begegnung mit der Verkündigung von der Person Jesu sich am Subjekt mehr vollzieht, als von menschlichen Worten zu erwarten ist" (232). Die hier angezeigte Sensibilität für das Andere wird dabei theologiegeschichtlich nachgezeichnet (Nizäa, Chalcedon, Reformation, Schleiermacher); zudem werden Christologie und Soteriologie zusammen in ein produktives Verhältnis gesetzt. So wird die Christologie zum Erweis der Göttlichkeit Gottes und der Menschlichkeit des Menschen.

So wie Gott anders ist, als man denkt, so ist auch das Leben des Menschen immer mehr, als von ihm sichtbar ist.
In leichter Abwandlung einer Formulierung Dietrich Bonhoeffers fragt Helmut Schwier in praktisch-theologischer Absicht: "Wer ist Jesus Christus für uns heute?" Diese Frage traktiert die gegenwärtigen kirchlichen und kulturellen Ausdrucksformen des Christentums. So skizziert Schwier im Durchgang durch Gottesdienst, Predigt, Bildung und Diakonie die kreative Kraft der Christusbegegnung in Kirche und Kultur. "Die Christusbegegnung als Feier des Evangeliums verdeutlicht, dass der ganze Mensch mit all seinen Sinnen und in all seinen Beziehungen, seiner spezifischen Situation und Biographie, als Leib und Seele wahrgenommen wird"(259). In Anlehnung an Slenczkas Formulierungen könnte man im Anschluss an Schwiers Verweis auf die kulturelle Kraft sagen: Christus ist mehr, als in der Kirche von ihm sichtbar ist.

Einen in gegenwärtigen Debatten besonders spannenden Beitrag stellt der religionswissenschaftliche Aufsatz von Klaus Hock dar. Hock zeichnet die Stellung Jesu in anderen Religionen, v.a. im Islam und im Buddhismus, nach. "Nur wenige Gestalten der Religionsgeschichte haben über die Religion hinaus, die sich unmittelbar auf sie beruft, so viel Resonanz in anderen religiösen wie auch nichtreligiösen Traditionen ausgelöst wie Jesus Christus"(267). Für die interrelgiöse Verständigung stellt die Christologie eine immense Herausforderung dar. Hock gelingt es, Perspektiven aufzuzeigen, an die im Dialog angeknüpft werden kann. So wird eine Christologie, die über das Christentum hinaus auch die anderen Religionen mit einbezieht, eine bleibende Aufgabe der Gegenwart und Zukunft sein.

Die Fachbeiträge werden gerahmt von einer einleitenden Eröffnung und einer abschließenden Zusammenschau des Herausgebers Jens Schröter. Das Zusammenspiel von Einheit und Pluralismus, die der Satz "Jesus Christus" auslöst im Verbund der theologischen Disziplinen macht das Buch zu einer überaus lohnenden Lektüre.

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