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Politische Philosophie

von Becker, Michael; Schmidt, Johannes; Zintl, Reinhard Fach: Philosophie; Politikwissenschaft; Reihe: Grundkurs Politikwissenschaft

Die Politische Philosophie erscheint vielen Studierenden der Politikwissenschaft als kompliziert und abstrakt. Dennoch ist die Auseinandersetzung mit ausgewählten philosophischen Fragestellungen für Politologen unverzichtbar, weil sich die grundlegenden Zwecke, Wertbezüge und Widersprüche politischen Handelns ohne philosophisches Nachdenken nicht erschließen.

Ausgehend von den Erfordernissen des Studiums führt dieser Band der Reihe "Grundkurs Politikwissenschaft" in zentrale Themen und Texte der Politischen Philosophie ein. Die seit langem in der Lehre tätigen Verfasser machen den Leser vertraut mit den manchmal schwierigen Texten von Platon bis Rawls und befähigen ihn zur eigenständigen Lektüre der zentralen Werke der Politischen Philosophie.

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Details
ISBN 9783825237387
UTB-Titelnummer 2816
Auflagennr. 3. aktual. Aufl.
Erscheinungsjahr 2012
Erscheinungsdatum 12.09.2012
Einband Kartoniert
Formate UTB M (15 x 21,5 cm)
Originalverlag Schöningh
Umfang 370 S., 6 Abb.
Inhalt
Vorwort der Herausgeber 11
Vorwort 13
I. Einleitung (Michael Becker) 17
II. Gesellschaftsvertrag und Staat (Johannes Schmidt und Reinhard Zintl) 29
1. Hobbes 33
1.1 Naturzustand 33
1.2 Autorisierung und Vertrag 39
1.3 Souverän und Untertan 42
2. Locke 47
2.1 Naturzustand 48
2.1.1 Naturzustand und Kriegszustand 48
2.1.2 Naturzustand und Eigentum 52
2.2 Der Vertrag 56
2.2.1 Anlage und Inhalt des Vertragsarguments 56
2.2.2 Positive oder normative Version? 59
2.3 Institutionen 61
2.3.1 Organe 62
2.3.2 Das Volk als letzte Instanz 63
3. Rousseau 64
3.1 Der Naturzustand 65
3.1.1 Die Natur des Menschen 65
3.1.2 Falsche Vergesellschaftung 66
3.2 Der Vertrag als Neubeginn 67
3.2.1 Die Erschaffung des Souveräns 67
3.2.2 Der Gemeinwille 68
3.3 Institutionen 71
3.3.1 Die Gesetzgebung 71
3.3.2 Gesetzesvollzug 73
Literatur 75
III. Sittlichkeit und Staat (Michael Becker) 77
1. Platon: Politik als Staatskunst 80
1.1 Der Staatsmann: Politik als „selbstgebietende Kunst“ 80
1.2 Der Staatsmann als Gesetzgeber: Aspekte des Dialogs Nomoi 86
2. Hegel: Sittlichkeit und Staat 91
2.1 Sittlichkeit und Freiheit 94
2.2 Institutionelle Ausprägungen der Sittlichkeit: Familie, bürgerliche
Gesellschaft und Staat 98
3. Taylor: Wertegemeinschaft und Politik der Anerkennung 104
3.1 Die normativen Prämissen des neuzeitlichen Individualismus 105
3.2 Werte und gemeinschaftliche Integration 111
3.3 Politik der Anerkennung 114
4. Arendt: Sprache, Urteil, Politik 117
4.1 „Vita activa“ und die Tätigkeiten des Handelns und des Sprechens 118
4.2 Ästhetisches und politisches Urteil 121
Literatur 125
IV. Freiheit (Reinhard Zintl) 127
1. Kant 130
1.1 Vernunft, Freiheit, Selbstgesetzgebung 131
1.2 Umgang miteinander, Recht und Zwang 132
1.3 Der Inhalt der Gesetze 133
1.4 Die Staatsgewalt 135
2. Mill 137
2.1 Problemstellung 138
2.2 Der intrinsische und der instrumentelle Wert der Freiheit 138
2.2.1 Meinungsfreiheit 139
2.2.2 Handlungsfreiheit 140
2.3 Übergriffe und Schranken 141
2.4 Staatsgewalt und Politik 144
3. Von Hayek 145
3.1 Grundlagen 146
3.2 Freiheit und Fortschrit 147
3.2.1 Spontane Ordnung und Organisation 147
3.2.2 Fortschritt 149
3.3 Freiheit und ‚soziale Gerechtigkeit‘ 151
3.4 Die politische Verfassung 153
4. Marx 155
4.1 Abstrakte Regeln und Entfremdung 156
4.2 Eigentumsverhältnisse und gesellschaftliche Macht 157
4.3 Naturwüchsige Entwicklung und bewußte Entscheidung 159
Literatur 162
V. Gerechtigkeit (Johannes Schmidt) 165
1. Platon 168
1.1 Verbreitete Vorstellungen über die Gerechtigkeit 169
1.2 Der gerechte Staat 176
1.3 Der gerechte Mensch 183
1.4 Formen der Ungerechtigkeit 184
2. Aristoteles 188
2.1 Gerechtigkeit – ein mehrdeutiger Begriff 189
2.2 Allgemeiner Begriff der Gerechtigkeit 190
2.3 Besonderer Begriff der Gerechtigkeit 193
2.3.1 Distributive Gerechtigkeit 196
2.3.2 Korrektive Gerechtigkeit 199
2.3.3 Kommutative Gerechtigkeit 203
2.4 Konzeptionen der politischen Gerechtigkeit 208
3. Hume 212
3.1 Gerechtigkeit – eine künstliche Tugend 214
3.2 Individuelle Gerechtigkeit und gesellschaftliche Ordnung 216
3.2.1 Das Problem der Gerechtigkeit 217
3.2.2 Gerechtigkeit und Eigentum 219
3.2.3 Gerechtigkeit und Versprechen 224
3.3 Gerechtigkeit und Staat 227
4. Rawls 230
4.1 Soziale Gerechtigkeit und wohlgeordnete Gesellschaft 232
4.2 Urzustand und Vertrag 236
4.3 Prinzipien der Gerechtigkeit 241
4.4 Rechtfertigung der Prinzipien 248
4.5 Bedeutung der Rawlsschen Theorie 252
Literatur 255
VI. Demokratie und politische Legitimität (Michael Becker) 257
1. Aristoteles: Demokratie und Politikl 259
1.1 Politik und praktische Philosophie 261
1.2 Demokratie als Herrschaft der Freien und Gleichen 264
1.3 Die Mischverfassung der Politik 268
2. Rousseau: Institutionen und Ethos der (Volks-)Herrschaft 273
2.1 Die Regierung als Vollzugsorgan des Souveräns 275
2.1.1 Die Institution „Regierung“ 275
2.1.2 Das Verhältnis von Souverän und Regierung 277
2.2 Weitere republikanische Institutionen 281
2.3 Die sittlichen Voraussetzungen der Republik: Zivilreligion und Erziehung 285
3. Habermas und Rawls: Diskursive und deliberative Variante der Beratungsdemokratie 288
3.1 Diskurstheorie des demokratischen Rechtsstaats – Politik als Verständigungsprozeß 290
3.1.1 Diskurs und politische Emanzipation 290
3.1.2 Elemente der diskursiven Politik: Moral, Ethik, Pragmatik 292
3.1.3 Souveräne Demokratie 296
3.2 Eine Theorie deliberativer Demokratie: Übergreifender Konsens
und öffentliche Vernunft 298
3.2.1 Der übergreifende Konsens 298
3.2.2 Politische Deliberation als Verfassungsinterpretation 301
3.3 Die Grenzen der Beratungsdemokratie 303
Literatur 305
VII. Gewaltenteilung (Reinhard Zintl) 307
1. Wegbereiter 310
2. Montesquieu 314
2.1 Staatsformen, Beschränkung der Staatsgewalt, Freiheit 315
2.1.1 Unterscheidungen 315
2.1.2 Stabilitätsbedingungen 316
2.1.3 Die Folgerung 318
2.2 Funktionen 319
2.3 Institutionalisierung und soziale Verankerung 321
2.3.1 Beziehungen zwischen den Organen 321
2.3.2 Die Rolle der Stände 322
3. Sieyes 324
3.1 Die Nation als Verbindung politisch und rechtlich Gleicher 324
3.2 Funktionen 325
3.3 Organe und die Beziehungen zwischen ihnen 327
4. Hamilton/Madison/Jay: Die Federalist Papers 330
4.1 Die republikanische Verfassung 331
4.2 Konzeption der Gewaltenteilung 332
4.2.1 Das Volk 332
4.2.2 Checks and Balances 333
4.3 Institutionelle Umsetzungen in der Verfassung 334
4.3.1 Legislative und Exekutive 334
4.3.2 Das oberste Gericht als Hüter der Verfassung 335
5. Nachbemerkung: Welche Bändigung? 337
Literatur 339
VIII. Politische Philosophie und internationale Beziehungen (Michael Becker) 341
1. Kant: Die Bedingungen eines Friedens zwischen souveränen Staaten 342
1.1 Die „negativen“ Voraussetzungen des ewigen Friedens: die Präliminarartikel 342
1.2 Frieden durch Recht: die Definitivartikel 344
1.3 Die „Garantie“ des ewigen Friedens 350
2. Rawls: Prinzipien des Völker-Rechts 353
2.1 Frieden innerhalb der „Gesellschaft liberaler Völker“ 355
2.2 Die Einbeziehung nichtliberaler Völker 358
2.3 „Belastete Gesellschaften“ und „Schurkenstaaten“ 360
Literatur 365
Sachregister 367
Autoreninfo

Becker, Michael

Dr. Michael Becker lehrt an der Universität Würzburg.

Schmidt, Johannes

Dr. Johannes Schmidt lehrt an der Universität Bamberg.

Zintl, Reinhard

Prof. Dr. Reinhard Zintl lehrte an der Universität Bamberg.

Weitere Titel von Becker, Michael; Schmidt, Johannes; Zintl, Reinhard

Leserbewertungen

Bewertungen

Sehr gute Einführung in die Politische Philosophie!

Bewertung

Kundenmeinung von Andreas Schmidt

In dem Buch werden nicht wie erwartet die wichtigstgen politischen Philosophen mit ihren zentralen Positionen chronologisch abgehandelt, sondern es werden sieben wesentliche Themenkomplexe der Politischen Philosophie behandelt: Gesellschaftsvertrag und Staat, Sittlichkeit und Staat, Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie und politische Legitimität, Gewaltenteilung sowie Politische Philosophie und internationale Beziehungen. Dabei kommen zu jedem dieser Themen unterschiedliche Denker zu Wort. Das Besondere ist, dass einige Philosophen auch in mehreren Kapiteln vertreten sind - wie Platon, Aristoteles oder Rousseau z.B.

Der große Vorteil besteht darin, dass man gezielt einzelne Kapitel unabhängig voneinander durcharbeiten kann und so einen besseren Überblick über die jeweiligen Positionen bekommt. Damit erreichen die Autoren, dass die abstrakte und z.T. sehr komplexe Politische Philosophie zugänglicher wird. Unterstützt wird dies durch einen konzisen, auf das Wesentliche beschränkten Inhalt. Am Ende eines jeden Kapitels findet sich eine knappe Zusammenfassung sowie Literaturangaben (sowohl Primär- als auch Sekundärliteratur). Im Vergleich zu den anderen Bänden der Reihe fehlen mir die Marginalien am Rand für eine noch bessere Übersichtlichkeit.

Absolut empfehlenswert ist dieses Buch für alle, die sich einen Überblick über die Politische Philosophie verschaffen wollen und auf der Suche nach einer geeigneten Einführung in die Thematik oder auch einem Thema für ihre Hausarbeit in der Politischen Philosophie sind. Anhand der gegebenen Literaturhinweise kann man sich bei Bedarf dann noch tiefergehend mit einzelnen Themen beschäftigen. Gerade für den Beginn eines Schreibprozesses ist dieses Buch also sehr wertvoll!

Fazit: 4 Sterne für ein sehr gutes Einführungsbuch in die Politische Philosophie! Die Autoren haben es geschafft, die hochkomplexe, abstrakte Thematik verständlich darzustellen. Die Kernaussagen unterschiedlicher Philosophen zum jeweiligen Thema werden herausgearbeitet und so werden die wesentlichen Zusammenhänge klarer. Stellenweise hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefe gewünscht, sodass man ohne weiterführende Werke nicht auskommt, wenn man sich tiefergehender mit einer Fragestellung auseinander setzen will.

Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht

Bewertung

Kundenmeinung von Benjamin Burgard

Ich habe mir das vorliegende Buch zukommen lassen, weil ich in diesem Semester eine Hausarbeit zur politischen Ideengeschichte verfassen will. Da mein Besuch der Vorlesungsveranstaltungen einige Semester zurückliegt und ich mir auch nicht ganz sicher war, für welchen Denker ich mich letztlich entscheiden soll, bin ich bei meiner Recherche auf dieses Exemplar gestoßen und wurde nicht enttäuscht.

Die Autoren des Werkes befassen sich sowohl mit klassischen als auch mit modernen Fragestellungen des Themengebietes: so werden Problemstellungen bezüglich "Sittlichkeit und Staat", "Gerechtigkeit", "Demokratie" als auch der "Gewaltenteilung" in anschaulicher und verständlicher Weise dem Leser als klassische, aber nie veraltete Themata näher gebracht.

Darauf aufbauend wird auf "modernere" Theorien hinsichtlich "Gesellschaftsvertrag", "Freiheit" und letztlich sogar auf den in unserem globalisierten Zeitalter immens wichtigen Themengebiet der "internationalen Beziehungen" eingegangen.

Erfreulicherweise sind neben den mir aus dem Uni-Canon gewöhnlichen Theoretiker auch jene vertreten, die aufgrund des modularisierten Bachelorstudiengangs bisher kaum bis gar keine Beachtung im Curriculum fanden, wie beispielsweise Taylor, Mill, von Hayek, Hume u.A.

Somit bietet dieses Buch nicht nur einen guten Zugang zur gesamten Thematik der politischen Ideengeschichte, sondern rundet die (komplexen) Problemstellungen durch Abhandlungen auch von weniger populären Philosophen ab.

Dennoch kommt man selbstverständlich nicht umhin, sich mit den Hauptwerken zu befassen, um letztlich die Materie tiefer durchdringen zu können. Aber dies ist schließlich auch nicht die Intention des Werkes, denn wie von den Autoren im Vorwort angemerkt haben, liegt jene darin begründet, "einen fundierten Zugang zur politischen Philosophie zu eröffnen". Dieses Unterfangen ist durch eine gute Strukturierung, Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte, Fallbeispiele und nicht zuletzt durch verständliche Formulierungen zweifelsohne gelungen.

Vermisst habe ich lediglich hier und da mehr Textverweise zu den Originalwerken (wie in meinem Fall bei Rousseaus Gesellschaftsvertrag), weshalb ich dem Buch letztlich 4 von 5 Punkten vergebe.

Gut zur Einführung, aber nicht zur Prüfungsvorbereitung

Bewertung

Kundenmeinung von Romina Gambel

Das Buch stellt einen Band des Grundkurs für Politikwissenschaften dar. Es ist in 8 Kapitel unterteilt, die sich mit philosophisch relevanten Schlagworten, wie: Gesellschaft und Staat, Sittlichkeit und Staat, Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie, Gewaltenteilung sowie Politische Philosophie und internationale Beziehungen befassen. Jedes Schlagwort wird anhand der Auffassung der jeweils wichtigsten Philosophen erklärt.

Damit bietet sich eine überblicksartige Möglichkeit mit der Auseinandersetzung der wichtigsten politikphilosophischen Fragestellungen. Hierbei erfolgt weder eine zeitliche noch räumliche Eingrenzung, weshalb der Band sowohl für das Studium der Politikwissenschaften als auch für die Einführung in das Studium der politischen Philosophie zu empfehlen ist. Auf Grund der Bandbreite der Themen und Informationen eignet es sich meiner Meinung nach jedoch nicht für eine Prüfungsvorbereitung im Bereich der politischen Philsophie. Es kann jedoch ein gut zur Einführung als auch zur Themenfindung, bzw. das Vertraut machen mit der ein oder anderen philosophischen Position genutzt werden.

Weiter ist es gelungen, die Menge an Informationen übersichtlich zu gliedern und eine verständliche Hinleitung zu den jeweiligen Fragestellungen zu bieten. Visuelle Gliederung bzw. Tabellen und Lernhilfen kommen in dem Buch etwas zu kurz, würden aber wahrscheinlich auch den umfänglichne Rahmen sprengen. Positiv hervorzuheben sind die Zusammenfassungen an jedem Ende eines Kapitels, in dem noch mal die wichtigsten Punkte in einem ca. halbseitigen Kasten zusammengeführt werden.

Insgesamt kann der Band als Einführung/Überblick über die Fragen der politischen Philosophie empfohlen werden.

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