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Techniksoziologie

von Häußling, Roger Fach: Soziologie; Reihe: Studienkurs Soziologie

Die Zusammenhänge von Technik und Gesellschaft einführend und übersichtlich erläutert

Spätestens seit der Actor Network Theory dürfte einem breiteren Publikum für sozialwissenschaftliche Themen deutlich geworden sein, dass es sich bei der Techniksoziologie um keine gewöhnliche Spezielle Soziologie handelt.

Techniksoziologie erhebt den Anspruch, das Soziale anders als die Mainstream-Konzepte der Soziologie zu deuten  - nämlich durch Einbezug der Technik als konstitutive Komponente.

Sie besitzt damit gesellschaftstheoretischen Anspruch. Das zeigt sich in der sozialwissenschaftlichen Innovationsforschung ebenso wie in den Begriffen soziotechnische Netzwerke, Cyborg, soziotechnische Regime und Agency.

Das Lehrbuch Techniksoziologie liefert einen aktuellen und umfassenden Einblick in techniksoziologische Ansätze, in neuere Entwicklungen der Techniksoziologie und sozialwissenschaftlichen Innovationsforschung ebenso wie in deren wissenschaftlichen Wurzeln.

Das Buch gibt einen umfassenden Überblick und berücksichtigt dabei auch empirische und Praxisfeldperspektiven. Die Einzelkapitel vermitteln den Stoff einer Vorlesungssitzung, sodass sie als Referenzliteratur genutzt werden können.
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Details
ISBN 9783825241841
UTB-Titelnummer 4184
Auflagennr. 1. Aufl.
Erscheinungsjahr 2014
Erscheinungsdatum 01.10.2014
Einband Kartoniert
Formate UTB M (15 x 21,5 cm)
Originalverlag Nomos
Umfang 437 S., 30 Abb., 5 Tab.
Inhalt
1. Was ist Techniksoziologie? 11
2. Entwicklungsgeschichte und Wegbereiter der Techniksoziologie 19
2.1 Wurzel I: Technik als geronnene Arbeit, Produktionsmittel und Ausdruck der Produktionsverhältnisse – Karl Marx 26
2.2 Wurzel II: Technik als Ausdruck des Rationalisierungsprozesses
der Moderne – Max Weber, Friedrich von Gottl-Ottlilienfeld 40
2.3 Wurzel III: Technik als Institution – Émile Durkheim, Marcel Mauss und Maurice Halbwachs 50
2.4 Wurzel IV: Technik als kulturelle Form der Welterschließung – Ernst Cassirer 61
2.5 Wurzel V: Technik als künstliches Organ des Menschen – Paläoanthropologie und Philosophische Anthropologie 66
2.6 Wurzel VI: Technik als Innovationsphänomen – Joseph Schumpeter, Seabury Colum Gilfillan, Gabriel Tarde 74
3. Grundbegriffe der Techniksoziologie 87
4. Techniksoziologische Ansätze 129
4.1 Technikdeterministische Ansätze (William Ogburn, Jacques Ellul, Helmut Schelsky) 132
4.2 Konzepte der Technik im Horizont gesellschaftlicher Epochenschwellen (Hans Freyer, Heinrich Popitz) 143
4.3 Soziologie technischer Artefakte (Hans Linde, Bernward Joerges) 155
Soziologie des Computers (Norbert Wiener, Herbert Simon, Terry Winograd/Fernando Flores) 166
4.5 Technik in den Bindestrich-Gesellschaften – gesellschaftstheoretische Perspektiven auf Technik (Daniel Bell, Manuel Castells, Ulrich Beck) 180
4.5.1 Technik in der Informationsgesellschaft 183
4.5.2 Technik in der Netzwerkgesellschaft 188
4.5.3 Technik in der Risikogesellschaft 191
4.6 Kritische Theorie der Technik (Walter Benjamin, Max Horkheimer/Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse, Jürgen Habermas) 195
4.7 Systemtheorie der Technik (Niklas Luhmann, Jost Halfmann, Klaus Peter Japp) 216
4.8 Konstruktivistische Ansätze 226
4.8.1 Wissenschaftssoziologie als Bezugspunkt 229
4.8.2 Edinburgh Strong Programme (ESP) 231
4.8.3 Empirical Programme of Relativism (EPOR) 232
4.8.4 Laborkonstruktivismus 233
4.8.5 The Social Shaping of Technology (SST) 235
4.8.6 The Social Construction of Technology (SCOT) 239
4.9 Theorie großer technischer Systeme (LTS) (Thomas P. Hughes) 242
4.10 Akteurszentrierter Institutionalismus (Renate Mayntz /Volker Schneider, Raymund Werle) 249
4.11 Kulturalistische Konzepte (Lewis Mumford, Karl Hörning, cultural studies) 256
4.12 Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) (Bruno Latour, Michel Callon, John Law) 270
5. Aktuelle techniksoziologische Fragestellungen 279
5.1 Innovationsforschung 281
5.1.1 Pfadkonzepte 283
5.1.2 Zur soziologischen Perspektive der Innovationsökonomie 291
5.1.3 Soziologische Innovationsforschung 302
5.2 Diffusionsforschung 314
5.3 Techniksoziologie in Deutschland 320
5.3.1 Technik als Relation in Sozialzusammenhängen (Werner Rammert) 324
5.3.2 Konturen einer netzwerktheoretischen Techniksoziologie (Johannes Weyer) 328
5.3.3 Innovation als rekursiver Prozess/Innovationsnetzwerkkonzept (Jupp Asdonk, Udo
Bredeweg, Uli Kowol und Wolfgang Krohn) 331
5.3.4 Konzept gradueller soziotechnischer Transformation (Ulrich Dolata) 335
5.3.5 Eine sozioökonomische Theorie der Innovation (Birgit Blättel-Mink) 339
5.3.6 Relationale Techniksoziologie (Roger Häußling) ............ 342
5.3.7Konzept gradualisierten Handelns (Werner Rammert und Ingo Schulz-Schaeffer) 346
5.3.8 Technik als Dualität von Ressourcen und Routinen (Ingo Schulz-Schaeffer) 350
6. Kritik und Perspektiven 355
6.1 Technikfolgenabschätzung 361
6.2 Technikgeneseforschung als Leitbildforschung 372
6.3 Akzeptanzforschung und Partizipationsverfahren 381
6.4 Zukunftsforschung 400
Literatur 411
Personenregister 429
Sachregister 433
Pressestimmen
Aus: ekz.bibliotheksservice – Alfred Pleuß – KW 52/2014
[…] Der Autor, Professor für Soziologie an der Technischen Hochschule Aachen, bietet eine im Ansatz gut verständliche, gründliche Darstellung, die durch Tabellen und Abbildungen aufgelockert wird. […]

Autoreninfo

Häußling, Roger

Prof. Dr. Roger Häußling lehrt am Institut für Soziologie der RWTH Aachen.
Reiheninfo
Der Studienkurs Soziologie ermöglicht praxisnah und verständlich den schnellen und einführenden Einstieg in die Grundthemen der Soziologie. Die didaktisch aufbereiteten Bände bieten neben der Einführung in das jeweilige Themengebiet Informationen zum historischen Hintergrund der behandelten Ansätze und sachkundige Erläuterungen der Grundbegriffe auch die Behandlung aktueller Fragestellungen sowie eine ausführliche Bibliografie, die eine vertiefende Beschäftigung mit dem Thema ermöglichen.

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Leserbewertungen

Bewertungen

Vorbildliche Einführung

Bewertung

Kundenmeinung von Andreas G.

Das Buch ist eine rundum gelungene Einführung in die Techniksoziologie. M.E. ist sie als Ergänzung auch für Seminare zur Philosophie der Technik empfehlenswert, vor allem da es zwischen beiden Bereichen eine sehr große Schnittmenge an gemeinsamen Fragestellungen und Klassikern gibt.

Uneingeschränkt empfehlenswert

Bewertung

Kundenmeinung von Dominic Kudlacek

Ich nutze dieses Buch zur Vorbereitung eines Seminars (mit dem gleichen Titel). Ich finde insbesondere die Strukturierung bzw. Gliederung der Inhalte sehr gelungen. Positiv hervorhebenswert erscheint mir auch die Gewichtung der behandelten Themen. So werden bspw. Auszüge aus dem Werk älterer Theoretiker (es sind tatsächlich alles Männer) behandelt, die man im Zusammenhang mit Techniksoziologie vielleicht nicht erwartet hätte. Die Darstellungen fallen hier dann aber in gebotener Kürze aus, während der Schwerpunkt auf aktuelleren Beiträgen liegt. Das macht das Buch für mich sehr lesenswert.

Die Inhalte sind sehr gut aufbereitet und die angenehme und verständliche Sprache macht es möglich, dass man das Buch auch Studierenden anderer Fachbereiche als der Soziologie nahelegen kann (wie etwa Studierende der Ingenieurwissenschaften oder des Maschinenbaus).

Für mich ist Häußlings Techniksoziologie daher uneingeschränkt empfehlenswert.

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von S. Hannappel

R. Häußling geht in seinem Buch 'Techniksoziologie' nicht nur auf historische Aspekte, sondern zudem auf techniksoziologische Ansätze und aktuelle Fragestellungen ein, wodurch konkrete Anwendungsfelder samt Beispielen veranschaulicht erläutert werden. Für eine Einführung und einen Überblick sehr geeignet.

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von T. Euler

Zahlreiche unterschiedliche theoretische Einbettungen und Blickwinkel auf die gesellschaftliche Frage der Technik. Als theoretisch fundierter Überblick gut, für den Einsatz aber etwas zu wenig anwendungsbezogen. Es fehlen präzisere exemplarische Anwendungen der Aspekte von Techniksoziologie an einzelnen technischen Artefakten oder Phänomenen.

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von J. Lemm

- sehr gut strukturiert
- einfach verständlich
- gute Sprache
- Anwendungsbeispiele

Ein umfassender Querschnitt durch das Feld der Techniksoziologie

Bewertung

Kundenmeinung von Simone Ines Lackerbauer

Das Thema meiner Doktorarbeit befasst sich mit einem Forschungsgegenstand aus der Techniksoziologie. Aus diesem Grund – und weil der vorliegende Titel mit dem Erscheinungsdatum Oktober 2014 auf einem sehr guten, aktuellen Stand ist – bestellte ich mir den UTB-Band „Techniksoziologie“ von Roger Häußling aus der Reihe „Studienkurs Soziologie“. Prof. Dr. Roger Häußling ist Univ.-Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Technik- und Organisationsforschung am Institut für Soziologie der RWTH Aachen und Senior Research Fellow am HfG-Forschungsinstitut Karlsruhe.

„Techniksoziologie“ bietet auf rund 440 Seiten einen umfassenden Einblick in diese Spezielle Soziologie. Häußling weist darauf hin, dass Techniksoziologie eng verknüpft ist mit der Wissenschaftssoziologie: Im internationalen Raum ist sogar die Sammelbezeichnung STS („science, technology, and society studies“) geläufig und auch die entsprechende Sektion der DGS (Deutsche Gesellschaft für Soziologie) heißt „Wissenschafts- und Technikforschung“. In der Forschungspraxis jedoch existiert die Techniksoziologie in Deutschland als eigenständiger Zweig und wird dank Häußlings Studienbuch als Disziplin sehr anschaulich umfasst.

Der Band ist in sechs Kapitel unterteilt, die von den Grundsatzfragen über die Historie bis hin zu Perspektiven für die Zukunft der Techniksoziologie einen umfassenden Querschnitt durch die Disziplin bieten. In „1. Was ist Techniksoziologie?“ umreißt der Autor kurz und anschaulich die Auffassung von „Technik“, mit der die Techniksoziologie arbeitet. In „2. Entwicklungsgeschichte und Wegbereiter der Technologie“ geht er auf insgesamt sechs verschiedene Wurzeln ein, welche die Disziplin geformt haben. In „3. Grundbegriffe der Techniksoziologie“ erläutert er uns den Grundwortschatz und verankert die einzelnen Vokabeln in ihrem soziologischen Kontext. In „4. Techniksoziologische Ansätze“ präsentiert er groß 12 Herangehensweisen an den Forschungsgegenstand Technik, gefolgt von „5. Aktuelle techniksoziologische Fragestellungen“. Dort beschreibt er kurz Fragen der Innovations- und Diffusionsforschung und bietet einen ausführlichen Überblick zur Techniksoziologie in Deutschland mit acht theoretischen Ansätzen. Im letzten Kapitel, „6. Kritik und Perspektiven“, geht er auf vier Möglichkeiten ein, die Techniksoziologie mit der von ihm geforderten empirischen Wände weiterzuentwickeln. Literaturverzeichnis, Personenregister und Sachregister bilden den Abschluss. Insgesamt ist der Aufbau klar und durchdacht, die Struktur erlaubt es dem Leser, sich sofort das Thema oder Schlagwort herauszusuchen, das für ihn von unmittelbarem Interesse ist. Vor allem der Blick auf den Stand der Disziplin in Deutschland ist nützlich für all jene, die in diesem Bereich in Deutschland aktiv werden wollen. Auch halte ich die Rückbezüge zur Allgemeinen Soziologie für sehr wertvoll, um sich stets daran zu erinnern, dass Technik jedweder Art in jeder gesellschaftlichen Sphäre von Relevanz ist.

Relevant ist auch Häußlings Studienbuch – und zwar nicht nur für Techniksoziologen. Studierende aus anderen Speziellen Soziologien, sowie aus anderen Fachrichtungen (Kultur-, Medien- und Kommunikationswissenschaften, durchaus auch Informatik) werden hier ebenfalls viele interessante Anknüpfungspunkte finden, die eine neue Perspektive auf ihre jeweiligen Forschungsgegenstände ermöglichen. Der vorliegende Band weist sehr viele weiterführende Referenzen auf, die zur Prüfungsvorbereitung oder für eine Abschlussarbeit sehr relevant sind, wenn man sich vom allgemeinen Grundwissen über die Disziplin entfernen möchte. Geeignet halte ich das Buch für Studierende jeden Semesters; wer mit dem Vokabular oder gewissen Theorien nicht vertraut ist, der wird anhand der genannten Referenzen diese Wissenslücken gezielt schließen können. Die Sprache ist zudem sehr leicht verständlich und das Buch lässt sich sehr flüssig lesen; die Einleitungen zu jedem einzelnen (Unter-)Kapitel sorgen dafür, dass man durchaus auch nur einzelne Kapitel lesen kann.
Einige Abbildungen und Tabellen lockern das textlastige Layout auf; an manchen Stellen wären Listen oder deutlichere Hervorhebungen noch sinnvoll gewesen, um auch beim Querlesen sofort auf die relevanten Gliederungspunkte zu stoßen. Ansonsten gibt es an der Aufmachung nichts auszusetzen und nichts besonders zu loben – wichtiger ist ohnehin, dass der Inhalt verständlich vermittelt wird und diese Aufgabe erfüllt Häußling mit Bravour. Das Glossar ist noch besonders als Lernhilfe hervorzuheben, da es wichtige Vokabeln umfasst, ohne deren Beherrschung Verständnis von und Kommunikation über Techniksoziologie fast nicht möglich sind.

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