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Was ist deutsch?

Die Entwicklung der sprachlichen Verhältnisse in Deutschland

von Maas, Utz Fach: Sprachwissenschaft/ Linguistik; Germanistik;

Was wir heute als Deutsch bezeichnen, ist Ergebnis einer jahrhundertelangen Entwicklung.

Dabei haben sich viele Einflüsse im Deutschen niedergeschlagen: Worte aus anderen Sprachen haben ihre Spuren hinterlassen. Religiöse, soziale und politische Gruppen haben dem Deutschen ihren Stempel aufgedrückt.
Eine solche Sprachvielfalt war auf „deutschem“ Boden immer schon gegeben. In ihr und mit ihren Ressourcen ist das Deutsche zu einer modernen Nationalsprache ausgebaut worden.

Utz Maas zeigt diese Entwicklung ausgehend von den heutigen Verhältnissen bis zurück zur germanischen Frühzeit und veranschaulicht sie anhand von Quellen.
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Details
ISBN 9783825285609
UTB-Titelnummer 8560
Auflagennr. 2. überarb. Aufl.
Erscheinungsjahr 2014
Erscheinungsdatum 22.01.2014
Einband Kartoniert
Formate UTB L (17 x 24 cm)
Originalverlag W. Fink
Umfang 556 S., 67 Abb., 32 Tab., 20 Karten
Inhalt
VORWORT 13
BLOCK I GEGENWART–1945
1. Einleitung: zur Anlage des Buches und zur Gegenwartssprache als Ausgangspunkt 23
1.1. Einleitende Bemerkungen 23
1.2. Die literarische Imago 25
1.3. Ein Raster zur Bestimmung des Hochdeutschen 29
1.3.1. Lautstruktur 30
1.3.2. Morphologie 32
1.3.3. Syntax 34
1.3.4. Anredeformen (Grammatikalisierung pragmatischer Strukturen) 36
1.3.5. Lexikon 37
1.3.6. Orthographie 37
2. Deutsche Sprache in und außerhalb Deutschlands, Register, Migration 39
2.1. Der deutschsprachige Raum 39
2.2. Die politischen Grundlagen 42
2.3. Migrationsgesellschaft 43
2.4. Die amtliche Regelung der (deutschen) Sprache 53
3. Hochsprache vs. Dialekt (als Beispiel Niederdeutsch) 55
3.1. Dialektale Ausdifferenzierungen 55
3.2. Der niederdeutsche Dialekt 57
3.3. Dialekte: Sprache im Raum 63
3.4. Dialekte und Migrationsverhältnisse 64
4. Minderheiten und Nebensprachen 67
4.1. Sprachliche Minderheiten 67
4.1.1. Dänen 68
4.1.2. Friesen 69
4.1.3. Sorben 71
4.1.4. Sinti und Roma 72
4.2. Englisch 74
4.3. Neue Medien 76
5. Polyzentrisches Deutsch 81
5.1. Staatsgrenzen im deutschen Sprachraum 81
5.2. Sprache in der BRD vs. DDR – zwei Sprachen? 82
5.3. Der kulturelle Umbruch in den 1960er Jahren 86
BLOCK II 1945–1871
6. Der Nationalstaat: Die Neugründung des Deutschen Reichs und der Nationalsozialismus 91
6.1. Die Rekonstruktion eines deutschen Reichs 91
6.2. Die Zeit des Nationalsozialismus 95
Postskript 1: Rassismus 99
Postskript 2: Nationalsozialismus und Modernisierung 100
7. Die Nationalisierung der Sprache 102
7.1. Das nationale Programm 102
7.2. Die Normierung der gesprochenen Sprache 104
7.3. Die Nationalisierung der Orthographie 105
BLOCK III 1870–1750
8. Die Auflösung der Feudalgesellschaft – die Verhältnisse zu Beginn des 19. Jahrhunderts 113
8.1. Feudale vs. bürgerliche Verhältnisse 113
8.2. Die republikanischen Verhältnisse in Deutschland: die Franzosenzeit (Napoleon) und Restauration 116
8.3. Modernisierung der Schriftkultur im Osnabrücker Land 125
9. Die literarische Imago des Hochdeutschen: die Klassik (Goethe, Schiller) 128
9.1. Die literarische Imago des Hochdeutschen im 19. Jahrhundert 128
9.2. Gesprochene vs. geschriebene Sprache bei Goethe und Schiller 129
9.3. Metrisches 132
9.4. Bildungssprache 134
9.5. Anredeformen 136
9.6. Fazit zu den literarischen „Klassikern“ 138
10. Die Normierung der (Schrift-) Sprache im 18. Jahrhundert: „Was ist Hochdeutsch?“ 139
10.1. Die Alphabetisierung in Deutschland (18.–19. Jahrhundert) 139
10.2. Die hochsprachliche Imago (schriftlich vs. mündlich) als Bezugsgröße der Schriftkultur 140
10.3. Zur Nominal-Flexion 147
11. Romantik: Dialektliteratur 149
11.1. Romantische Bewegung vs. „Junges Deutschland“ 149
11.2. Niederdeutsche Dialektliteratur 152
11.3. Oberdeutsch: Alemannisch 153
11.4. Jiddisch 156
BLOCK IV 1750–1630
12. Sprachausbau (Latein vs. Deutsch) 169
12.1. Die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse 169
12.2. Die Sprachgesellschaften (Schottel) 170
12.3. Syntax 1 – ein literarisches Beispiel: Grimmelshausen 180
12.4. Syntax 2: Verwaltungssprache (juridische Texte) 184
12.5. Als Zwischen-Fazit: Latein vs. Deutsch als Kippbild in der Zeit des Barock 188
13. Mehrsprachigkeit in der Barock-Zeit (1750–1630) 190
13.1. Gesellschaftliche Verhältnisse 190
13.1.1. Die konfessionellen Gegensätze 190
13.1.2. Die ökonomischen Verhältnisse 193
13.2. Konfessionelle Flüchtlinge 195
13.3. Zigeuner 199
13.4. Französisch als Bildungssprache (neben Latein) 200
13.5 Anredeformen 202
14. Regionalsprachen: Niederdeutsch, Slavisch, Jiddisch 206
14.1. Binnendeutsche Mehrsprachigkeit in der Barockzeit 206
14.2. Niederdeutsch 207
14.3. Die autochthone Minderheit der Slaven 213
14.4. Jiddisch 219
14.5. Fazit aus Block IV 224
BLOCK V 1620–1520
15. Bildungsverhältnisse im 16. Jahrhundert 225
15.1. Die gesellschaftlichen Verhältnisse 225
15.2. Professionelle Schriftkultur und Laienpublikum 228
15.3. Deutsche Sprache vs. Varietäten des Deutschen 233
15.4. (Volks-) Bildung/Alphabetisierung 237
15.5. Die (protestantische) Katechismusschule 246
16. Buchdruck und Bibelübersetzungen 247
16.1. Buchdruck und Bibeldrucke 247
16.2. Die Reformation und die Rolle Martin Luthers 248
16.3. Die Sprache der Reformation I: Latein vs. Deutsch 250
16.4. Die Sprache der Reformation II: die hochdeutsche Bibelübersetzung 254
16.5. Die Sprache der Reformation III: Niederdeutsch als Schleuse zum Hochdeutschen 260
16.6. Die Grammatisierung der satzinternen Majuskeln 268
16.7. Fazit für die Zeit der Reformation 272
17. Latein 274
17.1. Sprachgeschichte des Lateinischen 274
17.2. Grundzüge der lateinischen Grammatik 277
17.2.1. Lautstruktur/Schriftsystem im Lateinischen 277
17.2.2. Morphologie: Wortbildung, Flexion 279
17.2.3. Syntax: Struktur des Satzes 289
17.3. Die humanistische Lateingrammatik 293
17.4. Die didaktische Entgleisung 301
17.5. Strukturelle Konsequenzen aus dem Sprachkontakt Latein/Deutsch 304
BLOCK VI 1520–1350
18. Die mittelalterliche Stadt 307
18.1. Der gesellschaftliche Horizont 307
18.2. Städte in der mittelalterlichen Gesellschaft: am Beispiel von Osnabrück 308
18.3. Städtische Formen der Konfliktaustragung und ihre sprachliche Seite 311
18.4. Bildungsverhältnisse und Schriftkultur in der Stadt 320
18.5. Juden in der mittelalterlichen/frühneuzeitlichen Stadt 322
18.6. Niederdeutsch vs. Hochdeutsch im Spätmittelalter/ in der Frühen Neuzeit: Rekonstruktion der Lautverhältnisse 326
19. Die religiöse Basis des Sprachausbaus 330
19.1. Latein und Deutsch in der Seelsorge 330
19.2. Bibel und Bibelübersetzung 332
19.3. Literater Ausbau: Mystik, devotio moderna. 333
20. Schreib-/Lesesprachen im späten Mittelalter/ in der (frühen) Frühen Neuzeit 339
20.1. Niederdeutsch im Hanseraum (Reynke de Vos) 339
20.2. Der rheinische (Kölner) Raum (Stynchyn van der Krone) 342
20.3. Der ostoberdeutsche Raum (das gemain teutsch) 343
20.4. Unterhaltungsliteratur im alemannischen Sprachraum 346
20.5. Jüdische Unterhaltungsliteratur (Dukus Horant) 347
BLOCK VII 1350–1100
21. Rechtsverhältnisse im Hochmittelalter 349
21.1. Die gesellschaftlichen Verhältnisse 349
21.2. Urkunden 353
21.3. Rechtskodifizierung und Sachsenspiegel 358
21.4. Friesenrechte 366
21.5. Friesisch im nordseegermanischen Sprachverband (mit Hinweisen zum Englischen) 369
22. Die höfische Kultur: die mittelhochdeutsche Dichtersprache 373
22.1. Die politischen und Bildungsverhältnisse 373
22.2. Höfische Literatur 373
22.3. Die epische Dichtung: das Nibelungenlied 377
22.4. Die Lyrik 380
22.5. Laut und Schrift im Mittelhochdeutschen 382
22.5.1. Zum Vokalismus und seinen Schreibungen 382
22.5.2. Zum Konsonantismus und seinen Schreibungen: die s-Laute bzw. s-Graphien 388
22.6. Metrisches 389
22.7. Methodische Probleme der Philologie 392
22.8. Die grammatische Form des Mittelhochdeutschen 393
22.8.1. Das Verbalsystem 393
22.8.2. Zur Syntax 398
22.9. Höfische Dichtung und Sprachausbau – ein Fazit 399
BLOCK VIII 1000–750
23. Pragmatische Schriftlichkeit in der frühmittelalterlichen Gesellschaft 403
23.1. Die gesellschaftlichen Verhältnisse 403
23.2. Deutsch als gesellschaftliches Projekt im frühen Mittelalter 405
23.3. „Altdeutsch“ und Schriftkultur 407
23.4. Der hochdeutsche sprachliche Umbau 410
23.5. Deutsche Schreibpraxis als Hilfestellung bei der lateinischen 415
23.6. Rechtsquellen 417
23.7. Urkunden 418
23.8. Mehrsprachigkeit: Gesprächsführer 420
24. Literarische Formen 425
24.1. Schriftkultur und Christianisierung 425
24.2. Verschriftlichung von mündlich Tradiertem (Merseburger Zaubersprüche) 428
24.3. Die literarische Weiterführung germanischer Formen: Heliand (niederdeutsch) 432
24.4. Althochdeutsche Dichtung: Otfrid 436
24.5. Hybride Formen: Hildebrandslied 438
24.6. Personennamen 441
BLOCK IX VOR 750
25. Germanen/Völkerwanderung 445
25.1. Historisches: Sprachgeschichte vs. ethnische Geschichte 445
25.2. Römisches Reich (einschließlich Juden im Römischen Reich) 446
25.3. Zur Geschichte des Judentums 447
25.4. Die Germanische Völkerwanderung 448
25.5. Runen 452
25.6. Altenglisch 455
25.7. Gotisch 457
26. Früh-/Vorgeschichte (Alteuropa) 461
26.1. Die Völkerwanderung (Vorgermanisch) 461
26.2. Kelten 463
26.3. Slaven 464
26.4. Indo-Europäisch (Sprache der „Indogermanen“) 465
26.5. Alteuropa: Vor-Indoeuropäer 467
27. Etymologie: die formale Rekonstruktion und ihre Grenzen 470
27.1. Interne vs. externe Rekonstruktion 470
27.2. Der externe Vergleich (Familienbeziehungen zwischen Sprachen): die konsonantische Lautverschiebung 473
27.3. Der Vokalismus, insbesondere der Ablaut 478
27.4. Grammatikalisierung – grammatische Nutzung I: Ablaut 481
27.5. Grammatikalisierung – grammatische Nutzung II: Umlaut 484
27.6. Wortbildung, insbesondere Komposita 486
27.7. Grammatischer Sprach(um)bau und normative Grammatik 491
27.8. Die Fluchtlinie der Etymologie: die Rekonstruktion einer Sprache? 493
27.9. Die realistischen Fallstricke der formalen Rekonstruktion 497
FAZIT – VOM NUTZEN DER SPRACHGESCHICHTE 499
ANHANG 511
A.1. Erläuterung von Grundbegriffen der Sprachreflexion 511
A.2. Verzeichnis der Abkürzungen 527
A.3. Literaturhinweise 529
Als Nachtrag: Bemerkungen zur Fachgeschichte 539
A.4. Quellen der Abbildungen 541
A.5. Register (Wort- und Formen, Namen von Personen, Sachregister) 545
Pressestimmen
Aus: sehpunkte.de - Anja Voeste - 14/2014
[...] ist dieses Buch eine neue, erfrischende Stimme im Chor der Sprachgeschichten. [...] Maas hat uns eine Sammlung wertvoller Detailanalysen beschert, wie sie kaum eine Sprachgeschichte vorweisen kann.

Aus: ekz-infodienst - Urban - KW 32/2014
Utz Maas, Professor für Sprachwissenschaft in Osnabrück, hat aus dem Skript einer Einführungsvorlesung eine umfassende, dabei lesbare und äußerst anregende Gesamtdarstellung der deutschen Sprachgeschichte entwickelt. [...] Er selbst schreibt in einem gut verständlichen akademischen Duktus, sachlich und pointiert, nur die Kapitel zu Phonologie, Grammatik und Etymologie verlangen vom Leser gehobene sprachwissenschaftliche Kenntnisse.

Autoreninfo

Maas, Utz

Utz Maas ist Professor em. für allgemeine und germanische Sprachwissenschaft der Universität Osnabrück und Honorarprofessor für Sprachwissenschaft der Karl-Franzens-Universität Graz. Er ist Autor von Büchern und Aufsätzen zu den Schwerpunkten Sprachtypologie und Sprachkontakt, Schrift/Orthographie sowie Fachgeschichte der Sprachwissenschaft.
Leserbewertungen

Bewertungen

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von R. Budziak

Das Buch ist in neun Blöcke gegliedert, die Geschichte der deutschen Sprache wird von der Gegenwart zurück in die Vergangenheit präsentiert, die deutsche Sprache wird differenziert, z.B. Regionalsprachen in der Barockzeit.

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von S. Bechmann

Eine hervorragende Einführung in die deutsche Sprachgeschichte mit sehr guter Illustration und einer sehr sinnvollen Struktur - kleinschrittig, vielschichtig und informativ. Insgesamt ist es eine Überblicksdarstellung, die sehr präzise und verständlich ist und zu den besten Darstellungen zur deutschen Sprachgeschichte zählen darf.

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von S. Schröder

Das Buch ist als Nachschlagewerk für die Sprachgeschichte sehr gut geeignet, auch wenn man sich zunächst an den Aufbau gewöhnen muss - es geht los mit dem Neuhochdeutschen und endet mit dem Indoeuropäischen.

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von L. Möllenbrink

Das Buch gibt einen sehr guten, überaus umfassenden Überblick über die Entwicklung der deutschen Sprache mit interessanten, speziellen Aspekten. Außerdem wird gutes Anschauungsmaterial (Abbildungen) geboten.

Für Einführungskurse erscheint es mir jedoch wesentlich zu umfangreich und mitunter auch zu tiefgehend. Vor allem die linguistischen Grundlagen sind bei Studenten der Germanistischen Mediävistik nicht unbedingt vorauszusetzen. Ich könnte mir gut vorstellen, den "rückwärtsgehenden" Aufbau des Buches in einem sprachgeschichtlichen Seminar nachzuvollziehen. Hier ließe sich das Buch sicher gut als Begleitlektüre verwenden. Allerdings erscheint mir der (vergleichsweise) hohe Preis von 49,99 € für Studierende vor allem zu Beginn des Studiums recht hoch zu sein.

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