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Was ist Theologie?

Klassische Entwürfe von Paulus bis zur Gegenwart

von Axt-Piscalar, Christine Fach: Theologie/ Religionswissenschaft;

Was ist Theologie? Wie verhalten sich Vernunft und Glaube zueinander? Was steht im Zentrum der Theologie? Christine Axt-Piscalar arbeitet das spezifische Profil klassischer Entwürfe der Theologie heraus und lässt so die Vielgestaltigkeit ersichtlich werden, von der die Theologie durch ihre Geschichte hindurch bestimmt war und ist. Zudem führt sie in einschlägige Konzeptionen der Philosophie (Platon, Descartes, Kant, Hegel) ein und zeigt, wie diese die Frage nach der Möglichkeit der Gotteserkenntnis und den Bestimmungen vernunftgemäßer Rede von Gott behandeln. Die Interpretation zentraler Textpassagen bietet einen Einstieg in das eigenständige Studium der einzelnen Werke und wird ergänzt durch Lektürehinweise.
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Details
ISBN 9783825235796
UTB-Titelnummer 3579
Auflagennr. 1. Aufl.
Erscheinungsjahr 2013
Erscheinungsdatum 23.01.2013
Einband Kartoniert
Formate UTB M (15 x 21,5 cm)
Originalverlag Mohr Siebeck
Umfang 420 S.
Inhalt
Vorwort V
I. Wie kann von Gott geredet werden? 1
1. Quellen der Gotteserkenntnis 1
2. Die Bedeutung des Wortes »Gott« 2
3. Religiosität als anthropologisches Fundamentale 4
4. Religion unter Religionen: Die religionsvergleichende Perspektive 5
5. Theologie und Philosophie 6
6. Der Gegenstand der Theologie: Gott, Glaube, Kirche, Christentum? 7
II. Die biblischen Schriften als Reflexionsgestalten der Gotteserfahrung und das Verstehen als genuines Moment des Glaubensvollzugs 9
III. Grundfunktionen der Wahrnehmung von Theologie bei Paulus 17
1. Das Grundbekenntnis zu dem in Jesus Christus offenbaren dreieinen Gott 18
2. Das im Glauben erschlossene neue Selbst- und Weltverständnis 21
3. Der Zusammenhang von Glaube und Heiligung des
christenmenschlichen Lebens 22
4. Die im Glauben gegebene Einheit der Gemeinden und ihrer Glieder 23
5. Die gegenwartsorientierte Wahrnehmung des Wahrheitsanspruchs
der Theologie 25
6. Der apologetische Charakter der Theologie: Kritik nach außen 26
7. Der missionarische Charakter der Theologie 28
8. Der polemische Charakter der Theologie: Kritik nach innen 28
9. Theologie im Dienst an der Mündigkeit des Christenmenschen 29
10. Grundfunktionen der Wahrnehmung von Theologie 31
IV. Platon: Die vernünftige Gotteserkenntnis
als Maßstab allen Redens von Gott 33
1. Die Kritik an der religiösen Überlieferung 33
2. Die erkenntnistheoretische, ontologische und ethische Funktion
der Idee des höchsten Guten 34
3. Die Grundkriterien wahrer Rede von Gott 36
4. Die politische Funktion der Religion für die Gemeinschaft 39
5. Vernünftige Einsicht und Glaube 42
V. Die frühkirchlichen Apologeten: Die christliche Religion
als Einheit von vera religio und vera philosophia 46
1. Die Anschauung der Wahrheit in der Person Jesu als Wirkgrund
gelingenden Lebens 46
2. Die Vernunft der christlichen Religion und der
Öffentlichkeitscharakter von Theologie 49
3. ›Hellenisierung‹ – notwendige oder verfehlte Transformation
des Christentums in der antiken Welt? 51
VI. Augustin: Die Kirche als Garant der Wahrheit
der christlichen Lehre 55
1. Die Grenzen der Vernunft und des freien Willens und der Weg
zur Selbst- und Gotteserkenntnis durch die Sündenerfahrung 55
2. Der historische Grund des Glaubens und die Kirche als Garant
der wahren Überlieferung 60
3. Die Vernunft vor dem historischen Graben 62
VII. Thomas von Aquin: Gott als Gegenstand
der Theologie als Wissenschaft 65
1. Die Begründung der Theologie als Wissenschaft im Verbund der universitas litterarum 65
2. Natürliche und geoffenbarte Gotteserkenntnis 69
3. Die Gottesbeweise 72
4. Der vernünftige Gottesbegriff und die Trinitätslehre 76
5. Gott als Gegenstand der Theologie als Wissenschaft 77
VIII. Martin Luther: Der sündige Mensch und
der rechtfertigende Gott als ›Gegenstand‹ der Theologie 79
1. Das Evangelium von der Barmherzigkeit Gottes als Grund
des Glaubens und der Theologie 79
2. Dynamisierung des Gottesgedankens – das Geschehen zwischen
Gott und Mensch 84
3. Theologia crucis 87
4. Dimensionen der Glaubenserfahrung 88
5. Oratio, meditatio, tentatio als Weg zur Gotteserkenntni 92
IX. Philipp Melanchthon: Christus erkennen heißt, seine Wohltaten
gegen uns erkennen 95
1. Die Fokussierung auf das Wesen des christlichen Glaubens
als Aufgabe der Theologie 95
2. Schrift und Rechtfertigungsglaube als Grundlage evangelischer Lehre 98
3. »Christus erkennen heißt, seine Wohltaten gegen uns erkennen« 102
4. Die wahre Katholizität evangelischer Lehre und Kirche 106
X. Die altprotestantische Orthodoxie:
Theologie als System der christlichen Lehre 108
1. Das theologische System nach heilsgeschichtlichem Schema 108
2. Die Bedeutung der rechten Lehre für die wahre Kirche und
den rechten Glauben 110
3. Theologia est eminens practica 112
4. Die Lehre von den Fundamentalartikeln 114
XI. Die Kontroverse um die Schrift als alleiniges
Erkenntnisprinzip der Theologie 119
1. Luthers Schriftverständnis 119
a. Die Schrift als oberste Richtschnur von Theologie und Glaube 119
b. Der Literalsinn der Schrift und ihre claritas externa 121
c. Das Wirken des Geistes und die claritas interna der Schrift 123
d. Die Mitte der Schrift als hermeneutische Anleitung
zum Schriftverstehen 124
2. Schrift und Tradition als Grundlage katholischer Lehre 125
3. Die Schriftlehre der altprotestantischen Orthodoxie 128
XII. Bedeutung und Funktion des Bekenntnisses
für die evangelischen Kirchen 132
1. Das Verständnis des Bekenntnisses in den lutherischen Kirchen 132
a. Bedeutung und Funktion von Bekennen und Bekenntnis 132
b. Die Schriftgemäßheit des Bekenntnisses und der Anspruch
auf wahre Katholizität 134
c. Das Evangelium von der Rechtfertigung des Sünders als Mitte
von Schrift und Bekenntnis 138
d. Die Funktion des Bekenntnisses für die Einheit der Kirchen 140
2. Lutherische und reformierte Bekenntnisbildung 141
3. Die Barmer Theologische Erklärung und die Leuenberger Konkordie 143
a. Die Barmer Theologische Erklärung: Abwehr totalitärer Weltanschauungen 145
b. Die Leuenberger Konkordie: Einheit in versöhnter Verschiedenheit 146
XIII. Die katholische Lehre vom Dogma 150
1. Das Dogma als verbindliche Lehre der Kirche 150
2. Dogma und Schrift 156
3. Die Geschichtlichkeit dogmatischer Aussagen und
die Fortentwicklung des Dogmas 158
4. Der Glaubensgrund und die Weitergabe der Offenbarung 160
5. Die Hierarchie der Wahrheiten 162
6. Der Glaube und die Zustimmung zum Dogma 162
XIV. Philipp Jacob Spener: Die religiöse Erfahrung in Wiedergeburt
und Heiligung als Grund und Ziel der Theologie 167
1. Die Forderung nach geistlicher Erneuerung der lutherischen Kirchen 167
2. Mündiges Christsein als Basis des Gemeindelebens 169
3. Wiedergeburtserfahrung und Liebesverantwortung als Kennzeichen
des wahren Christentums 170
4. Theologia est habitus practicus 173
5. Der praktische Zweck der theologischen Ausbildung:
das gemeinsame fromme Glaubensleben 176
XV. Aufgeklärtes Christentum: Das Zutrauen
in die Fähigkeiten der menschlichen Natur 179
1. Das Zutrauen in die Fähigkeiten der menschlichen Natur 179
2. Vernunft und Offenbarung 185
3. Die politische Funktion des Programms der natürlichen Religion 186
4. Historisch-kritische Erforschung der Schrift 189
5. Die Unterscheidung von Theologie und öffentlicher und
privater Religion 195
XVI. René Descartes: Ichgewissheit und Gottesgedanke 200
1. Der methodische Zweifel und die Ichgewissheit 200
2. Ichgewissheit und Gottesgedanke 203
3. Der Überschritt vom Gottesgedanken zur Existenz Gottes 204
4. Gott als Wirkursache der Idee Gottes im Menschen 207
XVII. Immanuel Kant: Wieviel Religion braucht die Vernunft? 211
1. Metaphysik und die Grenze der theoretischen Vernunft 211
2. Die Selbstgesetzgebung der reinen praktischen Vernunft 216
3. Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft 219
4. Die Antinomien der ethischen Existenz: Die Überwindung
von Bösem und Schuld und die Verwirklichung der Glückseligkeit 220
XVIII. Georg Wilhelm Friedrich Hegel:
Philosophie als absolutes Begreifen Gottes 228
1. Philosophie als Gotteserkenntnis 228
2. Der sich selbst offenbarende Gott und die vollendete Religion 231
3. Stufen der Religion und die Religionsgeschichte 235
4. Religiöse Vorstellung und absoluter Begriff 236
5. Der Schauder vor dem spekulativen System 241
XIX. Friedrich Schleiermacher: Theologie als Funktion der Kirche 244
1. Die Ausdifferenzierung der theologischen Disziplinen
und die Einheit der Theologie 244
2. Die spezifische Aufgabe der Dogmatik 246
3. Der Gegensatz des Protestantismus zum Katholizismus 249
4. Wesensbestimmung des Christentums als Aufgabe
der philosophischen Theologie 251
5. Das religiöse Grundgefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit 255
6. Das spezifische Erlösungsbewusstsein der christlichen Religion 257
7. Erkenntnisprinzip und Aufbau der Glaubenslehre 261
XX. Ernst Troeltsch: Das Programm einer Verbindung
von religionsgeschichtlicher, kulturwissenschaftlicher
und dogmatischer Theologie 265
1. Die historische Methode als das Paradigma wissenschaftlicher
Theologie 265
2. Die Einheit der Geschichte und der Gottesgedanke 269
3. Die Höchstgeltung des Christentums als Persönlichkeitsreligion 271
4. Theologie in kulturwissenschaftlicher Perspektive 274
5. Die spezifische Aufgabe der Dogmatik 275
XXI. Karl Barth: Theologie als wissenschaftliche Selbstprüfung
der kirchlichen Rede von Gott 281
1. Gotteserkenntnis unter der Bedingung des qualitativen Unterschieds
zwischen Gott und Mensch 281
2. Theologie als Funktion der Kirche und die Wissenschaftlichkeit
der Theologie 283
3. Der kritische Maßstab der Theologie: das geoffenbarte Wort Gottes 286
4. Die Trinitätslehre in ihrer Funktion als Erkenntnisprinzip
der Dogmatik 288
5. Offenbarungslehre als Religionskritik 290
6. Das spezifisch evangelische Verständnis von Kirche und Dogma:
die Unverfügbarkeit der Offenbarung 291
XXII. Paul Tillich: Botschaft und Situation – Die wechselseitige
Ergänzung von kerygmatischer und apologetischer Theologie 295
1. Wahrnehmung der Situation: die Vermittlungsaufgabe der Theologie 295
2. Antwort und Frage: die Methode der Korrelation 298
3. Gott – »das, was uns unbedingt angeht« 300
4. Heiligung und Dämonisierung der Welt 302
5. Der in Jesus inkarnierte Logos und das Verhältnis von Philosophie
und Theologie 303
XXIII. Wolfhart Pannenberg: Systematische Theologie
als Entfaltung des universalen Wahrheitsanspruchs
des christlichen Gottesgedankens 308
1. Der umfassende Wahrheitsanspruch des Gottesgedankens
und die Aufgabe der Theologie 308
2. Gott als die alles bestimmende Wirklichkeit und die Erfahrung
ihrer Strittigkeit 310
3. Der wissenschaftstheoretische Status theologischer Aussagen 312
4. Der Gottesgedanke als Horizont allen Selbst- und Weltverstehens 314
5. Das unthematische Wissen um Gott als begleitendes Moment
im Lebensgefühl des Menschen 316
6. Religiosität, gelebte Religion und die geschichtlichen Religionen 318
7. Die trinitarische Gotteslehre als Begründungszusammenhang
der Theologie 321
XXIV. Trutz Rendtorff: Theologie als ethische Theorie
der Lebensführung 323
1. Christentumstheorie und Moderne 323
2. Aufklärung und Reformation 326
3. Das Programm einer ethischen Theologie 328
4. Der appellative Charakter der Grundsituation des Menschen
und ihre religiösen Implikationen 330
5. Die Grundelemente menschlichen Lebens und ihre christlich-religiöse
Deutung 332
XXV. Zu den Aufgaben der Dogmatik 339
Literaturverzeichnis 347
Namenregister 361
Sachregister 365
Pressestimmen
Aus: Lehrerbibliothek.de – Bernhard, Thomas
Hier ist ein überaus hilfreiches neues Studienbuch zu Grundkonzeptionen der Theologie anzuzeigen […]
> Zum Volltext der Rezension

Aus: Theologische Literaturzeitung – Christian Danz – 138/2013
[…] Die Vfn. Bietet einen grundlegenden und soliden Überblick über maßgebliche theologische und philosophische Konzeptionen. Der Band ermöglicht dem Leser eine Orientierung über zentrale Problemstellungen der Theologie im Spannungsfeld zwischen Vernunft und Offenbarung sowie Anregungen zur Vertiefung und eigenen Weiterarbeit.

Autoreninfo

Axt-Piscalar, Christine

Christine Axt-Piscalar, Studium der evangelischen Theologie und Philosophie in Mainz und München; Promotion und Habilitation an der Ludwig-Maximilians-Universität in München; 1997–2000 Ordinaria für Systematische Theologie in Basel, seit 2000 Professorin für Systematische Theologie an der Georg-August-Universität in Göttingen.
Leserbewertungen

Bewertungen

Was ist Theologie? Eine Kurzrezension

Bewertung

Kundenmeinung von Stefan Michels

Wem ein Buch mit dem Titel "Was ist Theologie?" in die Hände fällt, kann zunächst Vieles erwarten. Hermeneutische Selbstfindungsstrategien einer wissenschaftlichen Disziplin, Strukturanalysen derselben, vll. den Versuch einer einfachen Antwort...
Der Verfasserin des Buches "Was ist Theologie?", wie es hier vorliegt, überrascht mit Antworten aus der Geschichte. Dabei überrascht sie in der Grundbewegung, das Selbst-"Sein" über das "war", die Gegenwart über ihre Geschichtlichkeit zu beschreiben (denn das Prädikat des Titels ist präsentisch gewählt), zunächst positiv. Das Betreiben der systematischen Theologie, allem voran der Dogmatik, über die Theologiegeschichte ist in jedem Falle treffsicherer, als das bloße Jetzig-Sein aus dem Kontext seiner Geschichte heraus zu verstehen. Es ist, so die eingangs getroffene Grundannahme, schier unmöglich eine Gegenwartsbeschreibeung eines Subjektes vorzunehmen, ohne es als geschichtliches Subjekt aufzufassen.
Während die Grundbewegung zunächst positiv überrascht, senkt sich angesichts der getroffenen Auswahl die Stimmung ein wenig. Viele Fragen bleiben mir, trotz des rechtfertigenden Vorwortes offen: Bei allem Verständnis für die methodische Herangehensweise: Warum beginnt die Bewegung der Suche nach Gott nicht mit dem Kapitel über Platon? Selbstverständlich ist die Brille des christlichen Theologen eine biblische, aber hoffentlich nicht nur! Die hermeneutische Grundsetzung des Menschen als eines Suchenden ist nicht erst die Erfindung der Bibel, schon gar nicht des Paulus. Sofort schließt sich die Frage danach an, warum Platon nicht Aristoteles zur Seite gestellt wird. Mit diesen beiden Philosophen ist jene methodische Grundsatzorientierung des theologischen Suchens gegeben, die in ihrer Unterschiedenheit in ein induktives und ein deduktives Vorgehen die Theologiegeschichte in mindestens zwei Lager spalten sollte. Allein über die Unterscheidung der Wege wird die mittelalterliche Theologie annähernd verständlich.
Während die Auswahl an antiken Theologien im Rahmen der Einführung ausreichend gestaltet ist, stellt sich sofort die Frage danach, warum das Mittelalter in seiner theologiegeschichtlichen Bedetung so knapp, um nicht zu sagen einseitig bewertet wird. Die Darstellung beschränkt sich einzig und allein auf Thomas (der freilich für die katholische Theologie zum Normaltheologen werden sollte, was aber nicht bedeutet, dass es den katholischen TheologInnen nicht klar ist, dass auch Thomas nicht im luftleeren Raum steht; zuma wenn schon Thomas ausgewählt wird, auch Aristoteles hätte bearbeitet werden müssen.). Es scheint ein im Augenblick innerhalb der protestantischen Forschung innewohnender Irrtum zu sein, die Bedeutung des Mittelalters für das theologische Verstehen auch evangelischer TheologInnen zu unterschätzen und die Schwerpunkte auf die Theologie der Neuzeit zu legen, die sicherlich für die Gestalt der evangelischen Kirchen und für deren Verständnis von Gemeinde, Verkündigung, Pfarramt und Seelsorge wichtig ist, aber die Grundbewegung der theologischen Suche völlig außer Acht lässt. Abgesehen davon findet die Begegnung von Philosophie und Theologie, die der Verfasserin augenscheinlich sehr wichtig war, nicht allein in der Neuzeit ihren Niederschlag, sondern beginnt bereits in der Antike und findet einen ersten wichtigen Höhepunkt in der Theologie der Scholastik (So wäre, wenn man schon derartig radikale Beschränkungen der mittelalterlichen Theologie vornimmt, wenigstens ein Kapitel über die Scholastik anstelle des sehr speziellen Thomas-Kapitels angebracht gewesen). Es kann, als Zwischenfazit, keine Antwort auf die Frage danach, was Theologie denn nun sei, sein, sie beinahe ausnahmslos mit den Fragen der Neuzeit zuj beantworten.
Für die Neuzeit selbst ist die Brille, mit welcher die Verfasserin die Theologiegeschichte liest, nahe im Gefahrenbereich der Einseitigkeit. Wenn sie ihre Abhandlung mit dem Thema der Ethik beschließt, so bleibt es mir unverständlich warum nicht wenigstens im Ansatz die Anliegen der reformierten Theologie Calvins o.A., deren maßgeblicher Bezugspunkt ja das ethisch verantwortete Leben im Glauben an Christus lag. Es ist eine dezidiert lutherische Leseweise der reichen Geschichte der evangelischen Theologie, die eben jener Geschichte viel ihrer Bedeutung nimmt, denn, auch wenn Luther zehn Jahre lang überbordend gefeiert wird, die Aufbrüche der reformierten Theologie waren maßgeblich lehrbildend für den Protestantismus im internationalen Format. An dieser Stelle bemerke ich gerne positiv, dass nach Luther auch Melanchthon Erwähnung im Kanon der Theologen findet.
Die Gegenüberstellung von evangelischem Bekenntnis und katholischem Dogma erscheint im Grundansatz plausibel. Allerdings kann bemängelt werden, dass dem ökumenischen Anspruch, der dem Titel des Buches impliziert ist, keine klaren Taten folgen. Die Beschränkung der katholischen Theologie auf die Dogmatik ist Teil jenes großen Missverständnisses, das die Stimmung im ökumenischen Dialog mehr behindert, als dass sie ihn befördert (abgesehen davon reicht eine kurze Randerwähnung der orthodoxen Theologie nicht aus, um die Abhandlung als "ökumenisch" erscheinen zu lassen. Vll. wäre der Gesamttitel "WAs ist Theologie? Eine evangelische Perspektive" authentischer gewesen).
Das Gespräch von Theologie und Philosophie, wie es in der Neuzeit abgehalten wurde, ist hervorragend dargestellt und mit trreffenden Vertretern gewürdigt. Diese Perspektive der Abhandlung bietet auch Menschen Einblicke, die dem Glauben eher fern stehen und philosophisch in die Geschichte schauen.
Für den Aufbruch der Theologie in die Moderne sind nahezu in sich selbst dialektisch die religionsgeschichtliche Schule und die dialektische Theologie gegenüber gestellt. Damit sind zwei wesentliche Elemente der neueren Theologie genannt und ausführlich dargestellt. Allerdings fehtl bedauerlicherweise ein Kapitel über die Kerygma-Theologie Bultmanns.
Auch die Aufbrüche der feministischen Theologie (Dorothee Sölle etc.) finden erschreckenderweise keinen Niederschlag, was nahezu ein Kunstfehler der Verfasserin ist. Denn selbst wenn man innerhalb der Wissenschaft Positionen nicht teilt, so kann man innerhalb einer universal und enzyklopädisch anmutenden Abhandlung die Gegenpositionen, in diesem Falle sogar die schulbildenden, nicht einfach auslassen. Auch die Theologie der Befreiung wird nicht genannt, und damit ein Aufbruch, der Generationen von NachwuchstheologInnen bis heute umtreibt und prägt!
Erfreulicherweise - und damit unter Zuhilfenahme von praktischen Anmerkungen schließend - finden sich ausreichende Literaturangaben zum vertiefenden Studium der einzelnen Abschnitte. Sowohl in Form von Primärquellen als auch als Sekundärliteratur. Die jeweilige Auswahl ist plausibel, grundlegend und gut zu bewältigen. Die einzelnen Kapitel über die jeweiligen Theologen (man kann leider nur die maskuline Form verwenden) können gar als Einstieg in die tiefergehende Beschäftigung mit einem speziellen Abschnitt der Theologiegeschichte - etwa im Hinblick auf die Examensvorbereitung - genutzt werden. Ein Personen- und ein Sachregister runden ein benutzerfreundliches und Lernzielorientiertes Handbuch ab.
Am Ende fehlt - und das ist für eine systematische Theologin bedenklich - die eigene Antwort; wenigstens aber eine Anregung zum Weiterdenken. Denn so löblich die historische Herangehensweise an die Frage, was Theologie sei, ist, so muss die Haltung kritisiert werden, dass die systematische Theologie all zu oft im Gestern stecken bleibt, und die großen Neuorientierungen nicht angegangen werden. Dieses Buch hätte die Chance gehabt, die große Fragen nach dem Morgen der Theologie zu stellen. Diese Chance blieb leider ungenutzt. Vielleicht - so könnte man einwenden - steht diese Frage nun imlplizit im Raum und vielleicht muss man sie auch gar nicht immer stellen. Dennoch liegt jene Lähmung der evangelischen Dogmatik in der Luft, die ich im Laufe meines Studiums leider zu oft feststellen musste.
Alles in Allem gebe ich diesem Buch drei Sterne, was zum einen bedeutet, dass ich es von Herzen als Einstiegslektüre empfehlen kann (wobei das Niveau der Auswahl und die Spärlichkeit an biographischen Informationen AnfängerInnen sofort überfordern könnten), zum andern aber, dass es auch Einiges zu kritisieren gibt. Man kann auf eine (überarbeitete) Neuauflage gespannt sein.

Was ist Theologie?

Bewertung

Kundenmeinung von Hahn

Das Studienbuch bietet einen Überblick über wichtige Konzeptionen der Theologie. Dabei werden exemplarisch Entwürfe von der christlichen Antike bis in die Gegenwart, von Paulus bis Trutz Rendtorff, vorgestellt.
Die theologischen Entwürfe werden präzise, kurz und bündig sowie gut strukturiert und in einer verständlichen Sprache dargeboten.
An Ende der einzelnen Kapitel gibt es eine Auflistung weiterführender Literatur, die zu einer vertiefenden Auseinandersetzung mit den einzelnen Themen einladen.
Insgesamt bietet das Studienbuch sowohl für Theologiestudenten als auch für „theologisch Interessierte“ einen guten und verständlichen Überblick über relevante klassische Entwürfe der Theologie.

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von H. Schulz

Ein Angesichts der historischen und inhaltlichen Breite des Themas sehr gelungener Überblick über die maßgeblichen Entwürfe theologischen Denkens!

3 Artikel

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