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Rekonstruktive Sozialforschung

Einführung in qualitative Methoden

von Bohnsack, Ralf Fach: Soziologie;

Die Gegenüberstellung von „qualitativ“ und „quantitativ“, welche als zentrale Leitdifferenz die Auseinandersetzung in der empirischen Sozialforschung wesentlich bestimmt, erscheint methodologisch wenig begründet. Zentrale Differenzen lassen sich eher mit der Gegenüberstellung von rekonstruktiven und standardisierten Verfahren fassen.

Das Buch stellt drei Wege rekonstruktiver Sozialforschung mit ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten vor: das Narrative Interview, die Objektive Hermeneutik und vor allem die Dokumentarische Methode.

Es werden grundlegende Anforderungen diskutiert, welche an Methodologie und Forschungspraxis rekonstruktiver Sozialforschung zu stellen sind. Im Zentrum steht die vom Verfasser selbst entwickelte Dokumentarische Methode in ihren methodologischen Grundlagen und forschungspraktischen Verfahrensweisen im Bereich der Textinterpretation (insbesondere der Gesprächsanalyse und Gruppendiskussion) sowie der Bild- und Videointerpretation.

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Details
ISBN 9783825287856
UTB-Titelnummer 8242
Auflagennr. 10. überarb. Aufl.
Erscheinungsjahr 2021
Erscheinungsdatum 29.03.2021
Einband Kartoniert
Formate UTB L (17 x 24 cm)
Originalverlag Barbara Budrich
Umfang 320 S., 11 Abb.
Inhalt
Vorwort zur zehnten Auflage 9
1. Einleitung 13
2. Rekonstruktive Verfahren in der empirischen Sozialforschung im Unterschied zu hypothesenprüfenden Verfahren 17
2.1 Zur Methodologie hypothesenprüfender Verfahren 18
2.2 Zur Kritik an den hypothesenprüfenden Verfahren 21
2.3 Zur Methodologie rekonstruktiver Verfahren 24
2.4 Zur Rekonstruktion der Rekonstruktion 28
3. Dokumentarische Methode 35
3.1 Zur Forschungspraxis der dokumentarischen Methode 35
3.2 Zur Methodologie dokumentarischer Interpretation 60
Der prekäre Charakter alltäglicher Verständigung: Beiträge der Ethnomethodologie 60
Verstehen und Interpretieren: konjunktive und kommunikative Erfahrung 62
Konjunktive Erfahrung und Kollektivität 64
„Einklammerung des Geltungscharakters“ und Reflexion 67
Zur Analyse von biographischen Interviews, Protokollen und Fachtexten 69
Habitualisierte Stile und intendierte Ausdrucksstile 70
Konjunktion und Distinktion 71
4. Objektive Hermeneutik 73
4.1 Zur Verfahrensweise der objektiven Hermeneutik 77
4.2 Zur Rekonstruktion der Methode der objektiven Hermeneutik 83
5. Zu einigen Unterschieden von dokumentarischer Methode und objektiver Hermeneutik 87
6. Narratives Interview 95
6.1 Zu den erzähltheoretischen Grundlagen des narrativen Interviews 96
6.2 Zu den biographietheoretischen Grundlagen des narrativen Interviews 100
7. Gruppendiskussionsverfahren und Gesprächsanalyse 109
7.1 Gruppendiskussionsverfahren und Milieuforschung 109
7.2 Unterschiede von Gruppendiskussion und narrativem Interview 117
7.3 Exkurs: Die Gesprächsanalyse der dokumentarischen Methode im Kontext soziolinguistischer Verfahren 125
Das Gespräch als ein sich selbst steuerndes System 125
Im Gespräch werden konjunktive Erfahrungsräume aktualisiert 125
Parallelen der dokumentarischen Gesprächsanalyse zur Kontextualisierungs-Analyse 126
Zur Dramaturgie des Diskurses in der dokumentarischen Gesprächsanalyse: Fokussierungsmetaphern 127
Zur Diskursorganisation in der dokumentarischen Gesprächsanalyse 128
Diskursbewegungen und Diskurseinheiten 128
Differenzen zwischen der dokumentarischen Gesprächsanalyse und der Gesprächsanalyse bei Goffman 130
„Gemeinsames Sprechen“ in der soziolinguistischen Gesprächsanalyse und kollektive
Orientierungen in der dokumentarischen Gesprächsanalyse 130
„Speech Communities“, „Communities of Practice“ und konjunktive Erfahrungsräume 131
8. Verstehen – Interpretieren – Typenbildung 133
8.1 Arbeitsschritte der Textinterpretation 138
Formulierende Interpretation 138
Reflektierende Interpretation 139
Fallbeschreibung 143
Typenbildung 145
8.2 Typenbildung als Prozessanalyse 148
8.3 Soziogenetische, sinngenetische und kausalgenetische Typenbildung 154
9. Qualitative Verfahren der Bildinterpretation und dokumentarische Methode 159
Die Marginalisierung des Bildes in den qualitativen Methoden 159
Verständigung durch das Bild versus Verständigung über das Bild 160
Ikonologie und dokumentarische Methode 162
Abbildende und abgebildete Bildproduzent(inn)en 164
Ikonik und dokumentarische Methode 164
Korrespondenz zwischen wichtigen Methodologien der Bildinterpretation 166
Die ,Einklammerung‘ des ikonografischen bzw. konnotativen Sinngehalts 166
Zur Rekonstruktion der formalen Bildkomposition 170
Sequenzanalyse versus Kompositionsvariation 172
Atheoretisches Wissen und dokumentarische Methode 173
10. Dokumentarische Video- und Filminterpretation 177
Grundlagen der Video- und Fiminterpretation 178
Der Zugang zum impliziten Wissen und zur Eigenlogik des Visuellen 180
Die korportierten Praktiken der abgebildeten Bildproduzent(inn)en 181
Die Gestaltungsleistungen der abbildenden Bildproduzent(inn)en: Einstellung und Montage 185
Relationierung von Relationen als Prinzip dokumentarischer Interpretation 189
11. Aspekthaftigkeit, Standortgebundenheit und Gültigkeit der Interpretation 193
12. Praxeologische Methodologie 207
Die umfassende Verankerung der wissenschaftlichen Erkenntnis in der sozialen Praxis 208
Implizites Wissen und die Paradigmenabhängigkeit der Erkenntnis 211
Implizites Wissen als Fehlerquelle und als unabdingbare Voraussetzung für Erkenntnis 212
Das Modell der Textinterpretation, die Generierung von Erkenntnis und die Kontrolle des Vorwissens 214
Zwei Wege der Erkenntnisgenerierung: „Abduktion“ und „qualitative Induktion“ 217
Erkenntnisgenerierende Forschungsstile und die komparative Analyse 218
13. Anhang 227
13.1 Reflexive Prinzipien der Initiierung und Leitung von Gruppendiskussionen 227
Gruppendiskussionen als methodisch kontrollierte Verschränkung zweier Diskurse 227
Beispiele der Initiierung und Leitung von Gruppendiskussionen 231
13.2 Exemplarische Interpretation einer Textpassage 232
Transkript der Passage: Differenzierungsstunde 233
Formulierende Interpretation 240
Reflektierende Interpretation 241
Zusammenfassung einiger zentraler Rahmenkomponenten des Tischgesprächs 254
13.3 Richtlinien der Transkription von Texten: TiQ 255
13.4 Exemplarische Bildinterpretationen 257
Exemplarische Bildinterpretation I 258
Exemplarische Bildinterpretation II 269
13.5 Prinzipien der Videotranskription und das System MoViQ 278
Interpretation, Transkription und Protokoll 278
Das Transkriptionssystem MoViQ 279
13.6 Arbeitsschritte dokumentarischer Video- und Filminterpretation 281
Zur Auswahl der für die Interpretation relevanten Sequenzen und Fotogramme 282
Überblick über die Arbeitsschritte im Ablauf 284
Arbeitsschritte im Bereich von Videos und Filmen als Eigenprodukte der Erforschten 284
Arbeitsschritte im Bereich von Videos als Erhebungsinstrument 285
Literaturverzeichnis 287
Sachregister 315
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Autoreninfo

Bohnsack, Ralf

Ralf Bohnsack, Dr. rer. soc., Dr. phil. habil., Dipl. Soz., ist emeritierter Universitätsprofessor a. D. der Freien Universität Berlin.

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Leserbewertungen

Bewertungen

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von F. Geib

Gute Auseinandersetzung mit interessanten Aspekten der Sozialforschung.

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von M. Haberstroh

Für qualitative Abschlussarbeiten, die mit qualitativen Methoden arbeiten, ein absolutes Muss. Guter Überblick und anschauliche Beispiele.

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von A. Parchow

Guter Einstieg in das Thema. Wichtige Aspekte werden vorgstellt, wie Narratives Interview oder dokumentarische Methode. Kann entsprechend als Überblicks- oder Zusatzliteratur verwendet werden.

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Kundenmeinung von H. Griewatz

Dieses Buch ist ausgezeichnet, um in die qualitative Forschung einzuführen, insbesondere auch für "ältere" Semester.

Dozentenbewertung

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Kundenmeinung von P. Gausling

Tiefgehende Darstellung der zentralen rekonstruktiven Verfahren

Dozentenbewertung

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Kundenmeinung von J. Böcker

Das Buch von Bohnsack ist für mich ein Klassiker zur Methodologie rekonstruktiver (interpretativer) Sozialforschung, weil er sowohl einführt als auch fundiert.

Dozentenbewertung

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Kundenmeinung von U. Schwarting

Das o.a. - hier bereits in der 9. Aufl. erschienene - Lehrbuch darf man wohl getrost als Klassiker auf dem Gebiet der Publikationen zu Verfahren der rekonstruktiven Sozialforschung bezeichnen.

In dem Werk wird allerdings nicht die gesamte Breite von rekonstruktiv ausgerichteten Sozialforschungsmethoden ins Auge gefasst, sondern es werden bestimmte bedeutsame Ansätze fokussiert. Dies sind die dokumentarische Methode, die objektive Hermeneutik, das narrative Interview sowie das Gruppendiskussionsverfahren. Hier wäre es möglicherweise angebracht, diesen spezifischen Fokus im Buchtitel deutlicher zu machen. Die vorgenannten Methoden werden umfassend und äußerst kompetent beleuchtet. Hierbei legt der Verfasser seinen Betrachtungen eine wissenschaftlich anspruchsvolle Perspektive zugrunde, die über jene eines üblichen Lehrbuches hinausgeht.

Letzteres wird man als wissenschaftlich fortgeschrittener Leser stets sehr begrüßen. Für Studierende in den unteren Semestern könnte hierdurch der Zugang zu der Thematik vielleicht ein wenig verstellt werden.

Dozentenbewertung

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Kundenmeinung von L. Stabenow

Das methodische Vorgehen wird anhand vieler Beispiele illustriert. Auch ist das Buch auf sehr hohem methodisch theoretischem Niveau. Allerdings ist dies auch gleichzeitig meine Kritik, da es kaum für Anfänger geeignet ist.

Toller Überblick über die verschiedenen Anwendungsgebiete und Auswertungsverfahren der Rekonstruktiven Sozialforschung

Bewertung

Kundenmeinung von Sabrina Pensel

Das Lehrbuch „Rekonstruktive Sozialforschung“ von Ralf Bohnsack gehört meines Erachtens (Soziologiestudentin im 2. Mastersemester) zu den absoluten Klassikern im Bereich der qualitativen Methoden. Der Aufbau des Buches ist dabei so angelegt, dass zunächst grundlegende Informationen über die Methode und (ganz wichtig) eine argumentative Abgrenzung zu hypothesengeleiteten Verfahren dargelegt werden. Besonders für Studierende ist dieser Teil entscheidend, da es in der empirischen Sozialforschung ja immer auch darum geht, sich gegenüber anderen Verfahren abzugrenzen und den eigenen Standort zu rechtfertigen. Ansonsten werden im Aufbau verschiedene Anwendungsgebiete und Auswertungsmethoden der rekonstruktiven Sozialforschung berücksichtigt wie beispielsweise die dokumentarische Methode, die objektive Hermeneutik, Gruppendiskussionsverfahren, Typenbildung sowie auch Bild- und Filminterpretation. Aus meiner Sicht ein sehr gelungener Überblick über die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten.
Was es zu beachten gilt: das Buch ist meines Erachtens nicht unbedingt geeignet für Bachelorstudierende in den unteren Semestern, da man einige methodische Vorkenntnisse bereits haben sollte. Zudem erfordert die Anwendung der im Buch dargestellten Verfahren einiges an Übung und methodischem Feingefühl. Ich denke daher, dass sich die Lektüre vor allem für Bachelorstudierende im fortgeschrittenen Studium sowie für Masterstudierende und Doktoranden empfiehlt. Ich selbst verwende das Buch gerade für ein Lehrforschungsprojekt im Masterstudium und ziehe es zur Auswertung von Gruppendiskussionen zur Rate. Es eignet sich darüber hinaus auch sehr für empirische Hausarbeiten, Forschungsprojekte und Abschlussarbeiten.
Der Inhalt des Buches ist auf jeden Fall verständlich und sinnvoll aufbereitet. Besonders gut gefällt mir, dass immer wieder mit Beispielen gearbeitet wird. So finden sich zahlreiche Transkriptions- und Auswertungsbeispiele, die deutlich machen, wie und warum die Methodik gebraucht wird. Die grafische Gestaltung des Buches ist eher schlicht gehalten, was ich aber nicht als negativ empfinde. Wichtige Schlüsselbegriffe sind kursiv gedruckt.
Das Buch eignet sich primär für einen Überblick, was die Verfahren der rekonstruktiven Sozialforschung betrifft, und hilft bei der Entscheidung für die Methodik sowie bei der Auswahl passender Auswertungsverfahren. Wer sich dabei mit einem spezifischen Verfahren intensiver aussetzen möchte, sollte trotz allem zusätzliches Lektürematerial zur Rate ziehen.

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von K. Graalmann

- Grundlagen zur Dokumentarischen Methode (aus methodologischer und methodischer Perspektive)
- gute Anwendungsanleitung für Studierende
- Wesentliches kompakt zusammengefasst und verständlich niedergeschrieben
Seite:
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  2. 2

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