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Wege zur Rechtsgeschichte: Römisches Erbrecht

von Babusiaux, Ulrike Fach: Geschichte; Recht/ Jura; Reihe: Wege zur Rechtsgeschichte

Das Studienbuch vermittelt nicht nur ein vertieftes Verständnis grundlegender erbrechtlicher Institute, sondern gibt gleichzeitig einen Einblick in die römische „Rechtsordnung“.

Das römische Erbrecht gilt als undurchsichtig. Dabei spiegeln sich gerade in ihm die verschiedenen Rechtsschichten des altrömischen ius civile, des republikanischen ius praetorium und des ius novum der Kaiserzeit in ihrer Entwicklung und gegenseitigen Durchdringung wider.
Damit verbindet es für das Teilgebiet des Erbrechts die traditionell getrennten Gebiete der Römischen Rechtsgeschichte (Quellengeschichte) und des Römischen Privatrechts.

Das Studienbuch richtet sich an angehende Rechtshistoriker und Zivilrechtler. Es vermittelt Grundwissen und neue Methoden. Der Stoff ist auf eine einsemestrige Veranstaltung zugeschnitten.
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Details
ISBN 9783825252915
UTB-Titelnummer 4302
Auflagennr. 2. überarb. Aufl.
Erscheinungsjahr 2021
Erscheinungsdatum 11.01.2021
Einband Kartoniert
Formate UTB M (15 x 21,5 cm)
Originalverlag Böhlau Köln
Umfang 366 S., 42, 42 Tab.
Inhalt
Vorwort zur 2. Auflage 13
1 Einleitung 15
1.1 Ein römisches Testament aus dem Jahr 142 n. Chr. 15
1.2 Quellen des römischen Erbrechts 18
1.2.1 Beispiel eines Digestenfragments 20
1.2.2 Interpolationenkritik 21
1.2.3 Institutionen des Gaius 22
1.3 De testamentis et de legatis 23
1.3.1 Die Komplexität des römischen Erbrechts 24
1.3.2 Zur Methode der römischen Juristen 26
1.3.3 Drei Leitfragen 27
1.4 Gang der Darstellung 27
2 Voraussetzungen 29
2.1 Der allgemeine historische Rahmen 29
2.1.1 Die römische Republik 30
2.1.2 Der Prinzipat 33
2.1.3 Die Spätantike 36
2.1.4 Zeitlicher Rahmen dieses Lehrbuchs 37
2.2 Rechtsschichten des römischen Privatrechts 37
2.2.1 Ius naturale 38
2.2.2 Ius civile 39
2.2.3 Ius praetorium und ius honorarium 40
2.2.4 Ius civile und ius novum im Prinzipat 41
3 Das Intestaterbrecht 47
3.1 Die Familie als Hierarchie 48
3.1.1 Das Erbrecht der Hauskinder 51
3.1.2 Die emancipatio des Hauskindes 54
3.1.3 Das Erbrecht der Agnaten 56
3.1.4 Das Intestaterbrecht von Frauen 58
3.1.5 Das Erbrecht der Gentilen 60
3.2 Die Intestaterbfolge des ius praetorium 61
3.2.1 Die erste Klasse der prätorischen Erben 62
3.2.2 Die zweite und dritte Klasse der prätorischen Erben 63
3.2.3 Das prätorische Ehegattenerbrecht 67
3.3 Konkurrenz zwischen ius civile und ius praetorium 69
3.3.1 Bonorum possessio sine re – cum re 69
3.3.2 Nova clausula Iuliani im Intestaterbrecht 71
3.4 Kaiserrechtliche Korrekturen 72
3.4.1 Senatusconsultum Tertullianum 73
3.4.2 Ius novum und ius antiquum 76
3.4.3 Senatusconsultum Orfitianum 78
3.5 Fazit zum Intestaterbrecht 81
4 Die Erbenstellung 83
4.1 Der Erbschaftserwerb nach ius civile 85
4.1.1 Die Miterbengemeinschaft 85
4.1.2 Die Anwachsung bei Testamentserben 87
4.1.3 Anfall und Antritt der Erbschaft 91
4.1.4 Die Ersitzung der Erbenstellung 93
4.2 Der Erbschaftserwerb nach ius praetorium 96
4.2.1 Prätorische Regeln zur Erbenstellung nach ius civile 96
4.2.2 Der Nachlassbesitz als prätorisches Erbrecht 97
4.2.3 Venditio bonorum 100
4.2.4 Der Sklave als Zwangserbe 103
4.3 Die Erbfähigkeit nach ius civile und ius praetorium 105
4.3.1 Die Vormundschaft über Frauen 105
4.3.2 Erbfähigkeit von Gewaltunterworfenen 109
4.4 Erwerbsfähigkeit und Erwerbswürdigkeit des ius novum 111
4.4.1 Die Kaduzitätsfolgen der lex Iulia et Papia 112
4.4.2 Das Ehegattenerbrecht der lex Iulia et Papia 115
4.4.3 Erbunwürdigkeit (indignitas) 117
5 Der Schutz des Erbrechts 123
5.1 Legisaktionen- und Sponsionsverfahren 124
5.2 Die hereditatis petitio des Formularprozesses 126
5.3 Bonorum possessio und Erbschaftsklage 129
5.4 Kaiserliches Recht: Das senatusconsultum Iuventianum 131
5.4.1 Die einzelnen Rechtsfolgen 133
5.4.2 Fiskal- und Privatprozess 137
5.5 Fazit zum Schutz des Erbrechts 139
6 Die testamentarische Erbfolge 141
6.1 Das Testament nach ius civile 142
6.1.1 Manzipationstestament 143
6.1.2 Testierfähigkeit 147
6.1.3 Erbeinsetzung 150
6.1.4 Einsetzung von Miterben 153
6.1.5 Ersatzerbenbestimmung (substitutiones) 155
6.2 Unwirksamkeit und Aufhebung des Testaments nach ius civile 160
6.2.1 Verlust der Testierfähigkeit 160
6.2.2 Institutio ex certa re 162
6.2.3 Widerruf des Testaments 164
6.3 Das Testament nach ius praetorium 167
6.3.1 Maßgeblichkeit der Testamentsurkunde 170
6.3.2 Widerruf nach ius praetorium 174
6.3.3 Gesetzlicher Fälschungsschutz 176
6.4 Das formlose Testament des Kaiserrechts 179
6.4.1 Formlose Nachträge (Kodizille) 182
6.4.2 Das Soldatentestament 186
6.4.3 Persönlicher Geltungsbereich des Soldatentestaments 191
6.4.4 Ius singulare 194
6.5 Fazit zum Testamentsrecht 196
7 Der Schutz der Erwerbserwartung und Enterbungsregeln 199
7.1 Enterbungsregeln des ius civile 199
7.1.1 Enterbung des Haussohnes 200
7.1.2 Bedingte Erbeinsetzung des Haussohnes 202
7.1.3 Enterbung übriger Hauskinder 206
7.1.4 Nachgeborene Hauskinder (postumi) 207
7.2 Die Modifikationen des ius praetorium 212
7.2.1 Bonorum possessio contra tabulas 214
7.2.2 Teilhabe an fremder bonorum possessio contra tabulas 217
7.2.3 Collatio bonorum 218
7.2.4 Das Nachrücken von Hauskindern im prätorischen Edikt 222
7.3 Prätorische Teilwirksamkeit des Testaments 224
7.3.1 Edikt de legatis praestandis 224
7.3.2 Erhalt des Erbteils 227
7.4 Die Beschwerde wegen pflichtwidrigen Testaments 229
7.4.1 Die Pflichtwidrigkeit des Testaments 230
7.4.2 Klage gegen mehrere Erben 232
7.4.3 Konkurrenzen und Abgrenzungsfragen 234
7.5 Fazit zum Enterbungsrecht 237
8 Das Vermächtnisrecht 239
8.1 Legate nach ius civile 240
8.1.1 Vindikations- und Damnationslegat 240
8.1.2 Duldungs- und Präzeptionslegat 243
8.1.3 Nebenbestimmungen zum Legat 247
8.1.4 Erwerb des Legats 249
8.2 Unwirksamkeit und Beschränkungen des Legats nach ius civile 254
8.2.1 Inhaltsmängel 254
8.2.2 Legatsbeschränkungen, lex Falcidia 257
8.3 Prätorischer Schutz im Legatsrecht 262
8.3.1 Interdictum quod legatorum 262
8.3.2 Cautio legatorum servandorum causa 263
8.4 Kaiserzeitliche Eingriffe in das Legatsrecht des ius civile 267
8.4.1 Das senatusconsultum Neronianum 267
8.4.2 Lex Iulia et Papia 269
8.5 Formlose Vermächtnisse des ius novum (Fideikommisse) 271
8.5.1 Zur Formlosigkeit des Fideikommisses 272
8.5.2 Erbschaftsfideikommiss 278
8.5.3 Familienfideikommiss 282
8.6 Die weitere Ausgestaltung des Rechts der Fideikommisse 284
8.6.1 Senatusconsultum Trebellianum 286
8.6.2 Senatusconsultum Pegasianum 288
8.6.3 Heimliche Fideikommisse 296
8.7 Fazit zum Vermächtnisrecht 298
9 Die Auslegung von Testamenten 299
9.1 Auslegungsmaximen des ius civile 299
9.1.1 Plus nuncupatum quam scriptum 300
9.1.2 Voluntatis quaestio 302
9.1.3 Legatsrecht: falsa demonstratio non nocet 307
9.2 Die geringe Bedeutung der Testamentsauslegung im ius praetorium 312
9.3 Auslegung im ius novum 312
9.3.1 Materielle Auslegungsprinzipien 314
9.3.2 Umdeutung von ius civile in ius novum 318
9.4 Fazit zur Auslegung 326
10 Ergebnisse 327
10.1 Rechtsschichten des römischen Erbrechts 327
10.2 Entwicklungslinien des römischen Privatrechts 329
10.3 Die römische Rechtsfindung 330
10.4 Zur Komplexität des römischen Erbrechts 331
Literatur 333
Abkürzungen 333
1. Einleitung 334
2. Voraussetzungen 336
3. Das Intestaterbrecht 338
4. Die Erbenstellung 340
5. Der Schutz des Erbrechts 342
6. Die testamentarische Erbfolge 343
7. Der Schutz der Erwerbserwartung und Enterbungsregeln 346
8. Das Vermächtnisrecht 347
9. Die Auslegung von Testamenten 349
Quellenverzeichnis 351
Literarische Quellen 351
Vorjustinianische Rechtsquellen und Sammelwerke 351
Corpus iuris civilis 352
Orts- und Personenregister 355
Sachregister 359
Pressestimmen

Aus: Rechtsgeschichte – Legal History – Matthias Schwaibold – 24/2016
[…] Ulrike Babusiaux hat mit ihrem Buch einen grossartigen Beitrag dazu geleistet, Rechtsgeschichte als das zu bestätigen, was sie weiterhin sein muss: Nämlich unverzichtbarer Bestandteil der Juristenausbildung. […]

Autoreninfo

Babusiaux, Ulrike

Prof. Dr. Ulrike Babusiaux lehrt Römisches Recht, Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Universität Zürich.
Reiheninfo
„Wege zur Rechtsgeschichte“ erschließt das Studiengebiet der Rechtsgeschichte anhand einer Reihe zentraler Einzelthemen. Dies entspricht der differenzierten Vorlesungslandschaft an den Hochschulen sowie der Tatsache, dass die Kanonisierung von Wissen nachlässt. Jeder Band ist auf den Stoff einer einsemestrigen Veranstaltung zugeschnitten und bietet einen spezifischen Zugang zur Rechtsgeschichte. Ziel ist die Vermittlung von Grundwissen und neuen Methoden und nicht die umfassende thematische Abhandlung. Die Stoffbegrenzung geschieht durch Leitfragen: Was ist die zentrale Fragestellung? Was ist an diesem Ausschnitt aus der Rechtsgeschichte für das Studium der Rechtswissenschaften besonders wichtig? Was sind die wesentlichen Schwerpunkte, Epochen und Zäsuren des Themas? Wie unterscheiden sich die Methoden und Ergebnisse vom modernen Recht oder worin gleichen sie dem modernen Recht? Welche Fragen müssen offen bleiben und können zurzeit nicht beantwortet werden? Die Konzentration auf Leitfragen verhindert, dass bloßes Faktenwissen aufgehäuft wird, ohne dessen Relevanz klarzumachen. Alle wichtigen Termini werden an Ort und Stelle erläutert. Rechtsquellen oder Personen werden mit kleinen Exkursen vorgestellt und auf diese Weise die Quellenkunde mit der Sachinformation verknüpft. Lateinkenntnisse sind nicht erforderlich, da alle lateinischen Quellen auch in Übersetzung wiedergegeben werden. Jeder Band umfasst ca. 300 Seiten und kostet 19,99 EUR.

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Leserbewertungen

Bewertungen

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von T. Dänzer

Klarer Aufbau, gute methodische Einführung, interessante Quellenauswertung.

Dozentenbewertung

Bewertung

Kundenmeinung von K. Harter-Uibopuu

Das Verständnis des römischen Erbrechts ist auch für Historiker wichtig, denen sich dadurch vertiefend die Entwicklung des Familienverbandes erschließen kann. Babusiaux führt verständlich und doch bis ins Detail in die Vorschriften ein, erläutert den historischen Rahmen und stellt jeweils die Quellen im lateinischen Original und in deutscher Übersetzung zur Verfügung. Eine hervorragendes Werk, das sich für den Einsatz im Unterricht sehr gut eignet.

Fundierter Einblick in die Römische Rechtsgeschichte und dessen Erbrecht

Bewertung

Kundenmeinung von Gregor Ö.

Prof. Dr. iur. Ulrike Babusiaux, Inhaberin des Lehrstuhls für Römisches Recht, Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Universität Zürich, gelingt mit diesem Einführungswerk ein sehr gelungener Einstieg in ein kompliziertes Themenfeld. Es richtet sich an angehende Rechtswissenschaftler. Ich jedoch bin Historiker, somit kann ich nichts über den Nutzen des Buches für Juristen aussagen. Da ich im Rahmen meiner Master-Arbeit jedoch sehr stark mit dem spätantiken Recht Roms konfrontiert bin, interessiere ich mich für jeglichen (neueren) Zugang zu dieser teils komplizierten Materie.
Zeitlich beschäftigt sich die Autorin mit dem Zeitraum des 1. Jhds. v. Chr. bis zum dritten nachchristlichen Jahrhundert, also etwa vier Jahrhunderten. Für mich etwas schade, denn so finden der Codex Theodosianus und Iustinianus kaum bis gar keine Beachtung. Insbesondere der Kompiliervorgang zur Erstellung der Rechtsbücher hätte mich ausführlicher interessiert.
Der Autorin gelingt es in meinen Augen sehr gut, die verschiedenen Entwicklungsstufen des römischen Privatrechts darzustellen, zu beschreiben und die Unterschiede sowie Entwicklungslinien kenntlich zu machen. Bei der Auseinandersetzung mit der Erbrechtsthematik fällt eine unglaubliche Fülle an Quellenzitaten auf, die dankenswerterweise sowohl in lateinischer Originalfassung als auch deutscher Übersetzung vorliegen. Zahlreiche Tabellen helfen es, zentrale Unterschiede besser zu verstehen. Gerade für das Lernen auf eine Klausur ist das sehr hilfreich.
Die 15 Seiten Literatur- und Quellenverzeichnis helfen beim Auffinden von weiterführender Literatur. Dabei ist hervorzuheben, dass die Literatur nach Kapiteln sortiert ist. Dies ermöglicht ein schnelle Navigieren.
Ob der Stoff tatsächlich auf eine einsemestrige Veranstaltung zugeschnitten ist, kann ich schwer beurteilen. Mit all den Beispielen erscheint es mir aber sehr üppig. Aber vielleicht ist genau das der Vorteil des Buches: Durch intensiven Kontakt zu den Quellen erhält man ein tieferes Verständnis, als es in einer Vorlesung möglich ist. So durchdringt man den Stoff leichter und erkennt die wichtigsten Aspekte viel einfacher. Unterstützt wird dies durch die bereits angesprochenen Tabellen. Andernfalls kann die Stofffülle aber auch leicht zum einem Verlieren in Details führen.
Ich fand das Buch äußerst hilfreich, auch wenn es mir als Nicht-Jurist teilweise zu detailliert war. Mir persönlich wäre ein etwas oberflächlicheres, dafür aber in der zeitlichen Ausdehnung breiteres Buch lieber gewesen. Dennoch sehr empfehlenswert!

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